Landtagskandidaten diskutieren Social Business

Social Business in München

Öffentliche Treffen von Social Enterpreneuren (Macher, die sich vorgenommen haben, gesellschaftliche Notwendigkeiten mit unternehmerischen Mittel zu lösen) finden in München soviel ich weiß seit 2 Jahren statt, ca. alle 2 Monate. Sie werden über die Plattform Meetup u. Facebook angekündigt. Neben dem Interessenverband Send e.V. gibt es noch das bundesweite Unterstützungsprojekt Project2gether, die über Facebook sehr aktiv sind.  In München selbst gibt es noch das Impact Hub, die SEA Akademie u. das Social Impact Lab für Flüchtlinge .

Man kann also nicht sagen, dass es in München nichts gibt, aber leider hat sich noch keine dauerhafte Vernetzung ergeben, so dass ich gerne bereit bin, dabei mitzuwirken. Konkret wäre mein Beitrag z.B. eine Versorgung mit Büromöbel zusammen mit weitergeben.org vom Harald Prokscha vorstellbar.

Social Business vor der Landtagswahl

Am 11.Sept. 18 fand also wieder ein Meetup statt, diesmal in der Mü. Volkshochschule im neuen Gebäude Einstein 28 . Es wurden Landtagskandidaten verschiedener Parteien eingeladen, die über ihre Haltung zum Thema sprachen. Laut Veranstalter wurde die CSU zwar mehrmals eingeladen, aber konnte oder wollte niemand schicken.

 

Was besprochen wurde

Vernetzung der Szene wichtig, Definition u. Selbstbild schärfen, Förderdschungel lichten, nicht-monetäre Ressourcen bereitstellen, Bürokratieauswuchs im Auge behalten, Gemeinwohlökonomie verknüpfen, Politische Ansprechpartner, inklusion in Lehre+Forschung, Politik+Wirtschaft müssen sich als Partner sehen, jeder macht arbeitsteilig das beste b.d. Lösung gesellschaftlicher Probleme; Unternehmenskultur beinhaltet eine Kultur der Fehler+d. Scheiterns; Sozialenterpreneur als Hybrid; Abgrenzung zu alten Strukturen (z.B. Wohnfahrtsverbände), Ergänzung zur Profitmaximierung, moderne Form des ehrlichen+soliden Kaufmanns;

Eigene Hausaufgaben

Meiner Meinung nach liegt mit der Schärfung des Profils "was ist ein Social Enterpreneur, was ein Social Business ?" noch Hausaufgaben der Szene selber vor uns. Denn natürlich ist es jetzt schon schick "sozial" zu sein, "gesellschaftliche Verantwortung" zu übernehmen, "nachhaltig" zu wirtschaften. Wir müssen klarmachen wie man zwischen Marketing u. Substanz unterscheiden kann. Auch die viele Vorarbeit der Gemeinwohlökonomie, die ja Verantwortung messbar machen, sollte meiner Meinung nach bald in das Thema einbezogen werden.

Am Ende der Veranstaltung gab es übrigens noch für alle Getränke u. orientalische Snacks  von Über den Tellerrand kochen, vielen Dank dafür !

Zwei Abende Social Enterpreneurship hintereinander

Social Enterpreneure als Unternehmertypen der Zukunft

Social Business ist ein Thema, das stärker wird, aber zwei Abende hintereinander ist für München dann doch auch schon geballt. Ich persönlich verbinde mit  jungen (im Sinne von „frisch“) , engagierten und kreativen Unternehmern sehr viel Hoffnung. Die Probleme da draußen sind nicht-linear und wir können Sie nur angehen mit kreativen, neuen Lösungen. Da braucht es Anpacker und Selber-Denker mit Einsatz. Das kann nicht von Funktionären und Befehlsempfänger kommen. Auch nicht von Bedenkenträgern, Lobbyisten und Budgetverwalter  Und auch mit ein paar Unterschriftenlisten und einer Jahresmitgliedschaft bei Greenpeace werden wir die Zukunftsfähigkeit unserer Welt nicht rocken !

Gestern am 14.9. fand das Social Business Meetup Nr. 5 statt im Social Impact Lab München  . Vorgestern „Problemsolver“ Abend im Impact Hub München veranstaltet von Starwings.

Was ich von beiden Veranstaltungen mitnehme (neben interessanten Gesprächen und kleinen Vernetzungen, siehe Fotos) ist folgendes.

  • Das Team von "Über den Tellerand kochen"

SEND als Stimme für Social Enterpreneurs

Mit SEND wird jetzt ein Interessens- u. Vernetzungsverband für Social Enterpreneure gegründet, der ggü. Politik und Behörden stärker die Anliegen bündeln soll, gesellschaftlich für Sichtbarkeit sorgen u. nach innen an einem vernetzten Ökosystem arbeitet.
Es läuft auch ein Crowdfunding dazu
https://www.startnext.com/send

Wie notwendig eine stärkere Einfluss und Präsenz von Sozialen Enterpreneuren ist, verdeutlichte Norbert Kunz bei seiner Rede gestern: von der EU wird das Thema stark gefördert, jedoch gibt es lokal keine Abrufstrukturen in Deutschland; es gibt keinen Ansprechpartner für das Thema im Wirtschaftsministerium und passend dazu ist es über die KfW-Bank nicht möglich Fördermittel zu beantragen, wenn das Unternehmen ausdrücklich nicht rein gewerblich ist. D.h. Fördermittel für reine Gewerbeunternehmen = ja , Fördermittel für gesellschaftsorientierte Unternehmen (gGmbH, eV…) = nein.

Das muss sich natürlich ändern.
Hier findet Ihr übrigens ein ausgearbeitete Positionspapier.

Allerdings betonte Norbert auch, dass eine große Solidarität vom Startup-Verband für das Thema da ist u. auch die großen Sozialträger mittlerweile offener für Konzepte von Social Enterpreneurs sind, was sie anfangs überhaupt nicht waren.

Gestandene Unternehmer sprechen über „Purpose“

Das nicht unbedingt ein produktorientierter Businessplan am Anfang stehen muss wurde am Abend der Problemsolver klar. Gestandene Unternehmer erzählten von Ihren Anfängen, Umwegen und Fehlern u. dabei wurde klar, dass es tatsächlich die Unternehmerpersönlichkeit ist und die Wertorientierung, die die Richtung vorgibt und dass gerade in der heutigen, schnelllebigen Zeit, nicht das Produkt im Fokus steht, sondern die Metaebene „was will mein Unternehmen erreichen ?“. Das wiederum eng verknüpft ist mit der Frage des Unternehmers „was treibt mich an , wo will ich hin ?“ . Dabei eine enge Kommunikation mit den Kunden u. insbesondere den Mitarbeitern zu unterhalten ist gerade heute unersätzlich. Trotz der heute noch existierenden Zielkonflikte im Unternehmerbereich (Belohnung durch falsches Verhalten, Stichwort „Externalisierung von Kosten“) wird aber immer sichtbarer dass Zielkonflikte weniger werden, wenn man nah dran ist an den Bedürfnissen seiner Kunden und Mitarbeiter. Plus, die Dynamik und Flexibilität entschädigt für eventuelle andere Nachteile. Über Glaubwürdigkeit haben wir hier dabei noch gar nicht gesprochen.

Holger Wolff beispielsweise, CEO u. Mitgründer v. MaibornWolff mit heute 350 Mitarbeiter, erzählte, dass  am Gründungsstart mit seinem Kompagnon NICHT ein Produkt stand, sondern Wertvorstellungen (Purpose). Was z.B. auch bei den Gründern Hewlett & Packard der Fall war.

Natürlich gibt es auch andere Arten ein erfolgreiches Unternehmen aufzubauen, mit einer eher starken monetären Fokussierung, aber uns ging es ja darum darstzustellen, dass es mit einer WERTORIENTIERUNG eben auch möglich ist ein erfolgreiches Unternehmen aufzubauen.

Hoffe inspiriert zu haben 💡 🙂

Alfred