Salon „Phänomen Jordan Peterson“

Zusammenfassung des letzten sehr diskussionsfreudigen Salons

Zeit: 26.6.18, 18 – 22 Uhr
Ort: Busplatz (im Freien), Kreativquartier
Teilnehmer: 12
Themenfelder: #PoliticalCorrectness #FreeSpeech #Diskussionskultur
#Selbstverantwortung #GelingendesLeben #Zivilisation
#Postmodernismus

viele Themen, Postmodernismus war dabei sehr im Mittelpunkt

Nach unseren 3 technischen Salons wollten wir mal wieder ein
anderes Thema hernehmen. Jordan Peterson steht insbesondere
im angelsächsischen Raum für eine sehr virulente Diskussion rund um
die Themen #Gender #Freespeech #Campuskultur #FreieForschung.
Kerstin u. ich sind von ihm in mehrfacher Hinsicht sehr angetan, denn er
ist nicht nur bei diesen Themen wichtiger, sehr mutiger Impulsgeber, die ja
Kernthemen der Debatten- u. Salonkultur betreffen.
Sondern er ist mit seinem Themen #GelingendesLeben #Mythologien #Zivilisation
auch noch von weiteren Seiten interessant.

Der Abend gestaltete sich so, dass Kerstin u. ich Hintergrundinfos lieferten,
warum er in verschiedensten Medien so präsent ist u. wir dann über seine Positionen diskutierten bzw. über ihn als öffentliche Person (insofern sich manche Salonteilnehmer vorher informierten).
Gleich vorweg, es wurde viel diskutiert, wir waren deutlich unterschiedlicher Meinung in den
verschiedenen Aspekten. Deshalb war es sehr lebendig u. das Abschweifpotenzial war auch gegeben,
was beides ein Training für einen gelingenden Salon darstellte. 😊

Das Thema Postmodernismus nahm einen sehr zentrale Rolle an unserem Abend ein.
Dieser Relativierung aller Werte durch die moderne Brille des ökonomischen u. politischen
Machtgefälle steht Peterson extrem kritisch gegenüber. Da das Prinzip der Eigenverantwortung
abgelöst wird durch einen permanenten Kampf gegen (vermeintliche) Unterdrückungsmechanismen,
nährt diese Haltung Feindseligkeit, Kollektivismus u. Opportunismus, an dessen Ende der Verlust der persönlichen (Meinungs)Freiheit
steht.
Hier klingten sich mehrere Salonteilnehmer ein, die sehr wohl politische, soziale u. ökonomische Ungerechtigkeiten sehen,
was zur vieldiskutierten Frage führte, was denn eine gerechte, linke Haltung u. Politik denn heute überhaupt bedeutete ?
Wir machten gegensätzliche u. parallele Haltungen in der Gesellschaft aus, die sehr destruktiv sind: einerseits eine selbstgerechte Moralhaltung oder egoistische Weltsicht, die eine andere Meinung kategorisch ausschließen. Andererseits eine Leistungs- u. Geldorientierung inkl.Hedonismus u. Ignoranz, die zur Diskussion gesellschaftlicher Themen keine Notwendigkeit sehen.

Weitere „Momentaufnahmen“ des Abends:

Biologische Wende (analog zur kognitiven Wende) in der Psychologie
Heterodoxie als Antwort zur Einheitsmeinung an den Unis (siehe Jonathan Haidt)
Haben wir heute relevante Philosophen ? (Sloterdijk, Precht, Drewermann)
„Die Realität ist den linken Begriffen weggelaufen“
Ulrich Greiner : Heimatlos – Bekenntnisse eines Konservativen
Pascal Bruckner : Der Schuldkomplex (der westlichen Welt ), Alain Finkielkraut
wir sollen nicht Begrifflichkeiten von AFD&Co übernehmen
Die heutige Sprachsensibiliät ist sehr wohl ein Fortschritt
Was macht ein Medium heute glaubwürdig? (ideologisierter Diskurs, Alternative Fakten, Filterblase)
Harald Schmidt als Kabarett-Ikone des Postmodernismus
„Konsensfaschismus“ des Westens
1945 u. 1990 als epochale Ereignisse, die noch immer unser Denken prägen
Wirklichkeit insb. soziale Konstrukte sind kompliziert, aber nicht beliebig

Salon am 15.06.2018 – Digitale Prokrastination

Wir hatten einen schönen Abend mit 15 Teilnehmern. Das Wetter lies es wieder zu, dass wir gemütlich bis in die Dämmerung hinein draußen sitzen konnten. Nachfolgend findet Ihr die Zusammenfassung der besprochenen Inhalte.  Wir hatten das Thema „Digitale Prokrastination“ (also das Aufschieben von wichtigendigitalen Themen, die man eigentlich angehen sollte).
Vielen Dank an Kathrin u. Janina für die gute Zusammenfassung !

Wir stimmten ab, welche Themen wir intensiver behandeln sollen

Statements / Themen:

  • Cloud ist hilfreich, um mit mehreren Menschen an gemeinsamem Projekt zu arbeiten
  • wir hinterlassen ständig viele Datenspuren im Netz → es ist möglich, „Gesinnungsprofile“ über den Nutzer zu erstellen; Horrorszenario: Nutzung dieser Profile durch ein faschistisches System oder Diktatur
  • es gibt viele alternative Suchmaschinen und am Ende „googelt“ man trotzdem wieder
  • „wenn du dabei sein willst“, musst du dich nach den Algorithmen richten
  • Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) seit 25.5.18 in Kraft → große Belastung für Einzelunternehmer, Selbständige und kleine Betriebe
  • nach DSGVO kommt nun das Leistungsschutzgesetz
  • Technologien bergen viele Chancen und sind grundsätzlich neutral;
    es kommt darauf an, wie man sie nutzt bzw. welche Interessen dahinter stehen (z.B. kostenlose Dienste bezahlen wir mit unseren Daten)
  • WhatsApp ist wie trojanisches Pferd
  • Katrin bekommt gerade Druck von der Schule ihrer Kinder, da sie einen WLAN-Nutzungsvereinbarung nicht unterschreiben möchte, der im Zuge der neuen DSGVO erstellt werden musste. Kurz zusammengefasst: die Schule soll für alle Vorkommnisse ent-, die Eltern dafür für alles belastet werden (inklusive Rechtsanwalt, …). Hier ein Auszug:
    • Die Authentifizierung im WLAN erfolgt durch Passphrase ohne Kennwort
    • Die kabellose Datenübertragung erfolgt unverschlüsselt
    • Der Nutzer sorgt für einen stets aktuellen Virenschutz auf seinem Gerät
    • Bei rechtswidriger Verwendung des WLAN durch den Nutzer oder aufgrund seiner Billigung ist die Schule von sämtlichen Ansprüchen Dritter freizustellen, insbesondere datenschutzrechtliche, urheberrechtliche oder sonstigen rechtlichen Streitigkeiten. Verletzt der Nutzer die Vereinbarung erheblich und nachhaltig ist die Schule berechtigt, den Ersatz für entstandene Kosten, insbesondere auch Rechtsanwaltskosten vom Nutzer bzw. den Erziehungsberechtigten einzufordern.
    • Ich (Mutter) bestätige, dass ich die Nutzungsvereinbarung mit meinem Kind durchgegangen bin. Über die Pflichten und rechtlichen Konsequenzen, die auf mich als Sorgeberechtigten zukommen können, bin ich informiert. (das Kind soll einen ähnlichen Satz unterschreiben)
      = die Kinder sind 11 Jahre + 15 Jahre alt!
  • Passwörter über Software verwalten oder analog auf Papier?
  • Konkrete Gefahren durch Erpressungen durch Hacker (z.B. Krankenhaus)
  • Internet muss weg von der Monopolisierung und dezentralisiert werden – viele Leute im Silicon Valley fordern dies bereits
  • Amazon als Chance: angehende Autoren finden bessere Konditionen als bei Verlagen; bei begehrten Artikeln drängt Amazon die Händler vom Markt und bietet Produkt selbst an
  • manche Internetseiten werden nicht angezeigt, wenn man nicht der Verwendung von Cookies zustimmt
  • es gibt bereits unterschiedliche Preise im Online-Handel, je nachdem, wer die Seite besucht (z.B. Apple-User erhalten höheren Preis)
  • Macht von Facebook, z.B. Wahlmanipulation; Auftritt von Zuckerberg im Europaparlament
  • China: Schulen messen mit Kameraüberwachung die Aufmerksamkeit der Schüler; Vergabe von Bonuspunkten im Social Credit System, wenn man seine Eltern regelmäßig besucht schon Realität oder noch Fiktion?
    Systematische Belohnung bei Kindern führt dazu, dass sie ohne Gegenleistung nichts mehr machen wollen
    Belohnungen untergraben die intrinsische Motivation
  • Große Chance: Online-Plattformen als gelebte Demokratie
  • Human Connection als Alternative zu Facebook kämpft ums Überleben; es wurden bereits große Geldmengen investiert

konkrete Tipps, Hinweise, Infos, Alternativen:

Impulsreferat von Kerstin:

Ist der Missbrauch unserer Daten eine über- oder unterschätzte Gefahr?

Wer hat Erfahrungen oder kennt jemanden, der durch Datenmissbrauch geschädigt wurde?

Einwertung in Kategorien: wahrscheinlich / schlimm

2.Technik-Salon

Die gestrige Technikrunde fand wieder im lauen Frühsommerambiente im Bus-Innenhof statt, diesmal jedoch umrahmt von der tollwoodesquen Festivalausstrahlung der Wannda-Nachbarschaft.
Die Teilnehmeranzahl lag wieder bei gut einem Dutzend Philosophiejünger, diesmal allerdings mit mehr spontanen Besuchern (parallele ZonaLibre Feier).
Im Vorfeld habe ich versucht durch gezielte Einladung auf englisch die Münchner „Techie“ Szene einzubeziehen, die gestern jedoch nicht auftauchte. Durch Zufall setzte sich später jedoch der Informatikstudent Felix hinzu, der durch seine Erläuterungen zum Maschine Learning wertvolle Technikeinblicke bot.
Unser Salon , dargestellt nach den Richtlinien der neuen Dateschutzgrundverordnung
Wie beim letzten Mal konnten wir in der Runde eine leicht technikkritische Grundhaltung feststellen: Verlust des menschlichen Maßes, Verarmung zwischenmenschlicher Kommunikation, Überforderung. Was aber durch die „Optimismusbeauftragte“ Kerstin u.das Dankbarkeitsmantra von Alfred ein Gegengewicht bekam.
Die Bewunderung der Natur mit seiner ständigen Innovationskraft erwähnte Erwin : „Technik ist alt“. Darauf augenblinzelte Alfred mit „Bitte hier keinen Carbon-Chauvinismus!“, ein Begriff vom KI-Forscher Max Tegmark, der damit die falschen Vorstellung von Leben u.Intelligenz meint, was beides nicht auf bisher bekannte Lebensformen zu beschränken sei.
Kamen wir zum Thema „Augmented (=Mixed) Reality: durch Brillen wird die Wahrnehmung des Benutzers erweitert. Auch wenn sich Google-Glas gesellschaftlich nicht durchsetzte („glashole“, die Brille wurde sogar in Bars verboten) so ist der Nutzermehrwert in der Arbeitswelt (Logistik, Medizin, Architektur…) u.in der Bildung so offensichtlich, dass sie wiederkam bzw kommen wird.
Was ist nun mit konkreten, „positiven“ Technikanwendungen insgesamt, eine Frage, die gerade der Salon beantworten will.
Kathi u.Janina gingen als Förderer auf Human Connection als Facebook Alternative ein. Es ist immer noch nicht massentauglich, aber sie bleiben dran.
Anderes Thema: gesellschaftliche Zukunfts-Szenarien mit KI. Ob dezentrale Diener-KI oder heimliche Herrscher-KI: das Thema wurde nur angerissen u.doch wurde die Bedeutungswucht („letzte Erfindung der Menschheit“) klar. Die Grundsteine werden heute gelegt, deswegen der Aufruf zur interdisziplinären u.bürgerschaftlichen Auseinandersetzung (Future of Life Institute).
Technikfokussierte Nerds u. weltverbessernde Techies einerseits u. anwendungsorientierte Otto-Normal-DAUs andererseits, wir waren uns einig dass so ein Begegnungsort notwendig ist.
 Vielleicht kann unser Salon ein solcher Ort sein…..
Alfred

Ein vielseitiger Sonntag

Das war der gestrige Tag am CommunityBus beim Treffpunkt MOly.
Auf dem Programm stand :
– Müllsammelprogramm mit Kindern
– „Vernissage“ mit Regine
– Salon zum Thema „Zukunft“

  • Alles bereit für die Müllsaktion, Info-Ambiente, Handschuhe, Tüten, Belohnungssäckchen für die Kinder: es kann losgehen !

Erster Programmpunkt Müllsammeln mit Kindern…..naja, es verlief dann ehrlich gesagt etwas anders.

Das mit den Kindern war so: „Hey Kinder, habt Ihr Lust hier mal bissl klar Schiff zu machen, Müll zu sammeln, so dass z.B. keine Scherben mehr rumliegen u. Tiere sich nicht verletzen können“ , Antwort „JAAAAAAA!!!“. „Toll, danach bekommt übrigens jeder noch eine Belohnung. *leiser* So, dann holen wir noch die anderen Kinder da drüben ab“…. „Ähh, wo sind die jetzt……ah da , ihr habt keine Zeit, ok, vielleicht später, ok , ihr müsst es noch fertig machen, ok, ok, da fangen wir schonmal an „.

Wir kamen dann zurück , gingen zu den Kindern u. sagten „Na Ihr kleinen Faulenzer, schaut doch mal was wir geschafft haben“ *Kinder glotzen uns etwas gelangweilt an* , äußerten ein „Mhhm“. Dann wir “ Wir haben aber glaub ich eine Fliegerbombe gefunden „ …….Tja, ab dann haben wir die Show wieder geleitet

PS: Die Fliegerbombe war wahrscheinlich eine Kabelmuffe, meinte zumindest Hermann. Neben dem Gleis BJ 1971 wäre es auch eher unwahrscheinlich gewesen.