Salon mit dem HALLO – Projekt

Erster Salon nach der Sommerpause

Am 13. September ging es  wieder mit einem Salon weiter, aktuelles Thema „Kontakt u. Kultur“ . Wir waren zu Gast im Büro vom Hallo-Projekt, im Social Impact Lab in der Balanstraße. Als ich mich vor 2 Wochen mit Lisi traf (wir haben uns über Project Together kennengelernt) hat sie mir davon erzählt, dass es bei ihrem Projekt darum geht Senioren u. internationale Leute  zusammenzubringen. Wir kamen auf die Idee einen gemeinsamen Salon zu veranstalten.

Insgesamt waren wir 13 Leute. Unsere Teilnehmer kamen aus folgenden Ländern : Deutschland, Türkei, Bangladesh, Indien, Kolumbien, Argentinien. Hier kam also ein großer Erfahrungsschatz aus verschiedenen Ländern zusammen.

Wir tauschten uns aus über Kontaktverhalten, Freundschaften, Familien, Einsamkeit, gesellschaftlicher Zusammenhalt, Vereinzelung, Rolle der neuen Medien („Smartphone“), Mann-Frau-Kontakt.

Unser Salon zu Gast beim Hallo-Projekt
 Impulsreferate

Nach einer Vorstellungsrunde hielten  Paula („Kommunikation als Mittel der Gemeinschaftsbildung“) u. Kerstin („Studien über Isolation/Vereinsamung in westl. Gesellschaften“) 2 Impulsreferate:

Unterscheidung Isolation (objektive Kontaktsituation innerhalb einer demographischen Vergleichsgruppe) u. Einsamkeit (subjektives Gefühlsempfinden). In Studien kam heraus, dass die Vereinzelung u. Vereinsamung deutlich zunahmen. Der unmittelbare Kontakt wird weniger: weniger Gespräche, weniger Gesprächszeit, weniger Treffen, weniger Einladung.; besondere Vereinsamung von Senioren; Gründung eines Einsamkeitsministeriums in Großbritannien; Phänomen des Hikikomori in Japan; weniger verlässliche „Notfallkontakte“; psychologische Gefährdung ab 2 Stunden Soziale Medien pro Tag; verzerrte Wahrnehmung (Selbst-, Fremdbilder u. Kontakt) durch Soziale Medien,

Unserer internationale Erfahrungsaustausch

großer Unterschied des Kontaktverhaltens zwischen Stadt u. Land; Smartphone u. soziale Medien haben in allen Ländern das Kontaktverhalten (zum negativen) verändert; Gesprächskultur im Westen, insb. Deutschland, insb. München ist sehr „effzient“, „sachlich“ u. unsere internationalen Besucher finden es schwer Kontakt zu knüpfen. Sie meinten, man müsse mehr Zeit investieren, um Freundschaften einzugehen, aber auch, dass sie die Freundschaften dann aber auch als tiefer empfinden. Die Vereinsamung von Senioren nehme auch in den nicht-westlichen Ländern rasant zu.

Neben der Atomisierung sprachen wir auch davon, dass die Gesellschaften inhomogener werden, jeder immer mehr in seiner eigenen Welt-Wahrnehmung lebt. Uns Einheimische hat  überrascht, dass diese vermeintlich „westliche“ Entwicklung sich anscheinend rasend schnell auch im Rest der Welt vollzieht. Auch die tiefe Zerrissenheit der Gesellschaft, von manchen auch als Spaltung bezeichnet, vollzieht sich auch in anderen Ländern. Dabei waren die Berichte aus Argentinen (seit 2 Jahren in einer sozialen u. politischen Krise) u. Türkei (die fortschreitende Entdemokratisierung; immer mehr Ehen, Familien u. Freundschaften zerbrechen daran) besonders eindrückliche Beispiele.

Unser Schlußwort

Neben all dem Trennenden, gibt es jedoch mehr Verbindendes u. wir wollen dies kultivieren. Vielleicht ergeben sich aus unserem Salon heraus auch private Kontakte, mal schauen !

Alfred Weiß