Zusammenfassung Salon „Tod in unserer Machbarkeitsgesellschaft“
am 27.2.2019, bei mir in West-Schwabing, insg. 13 Teilnehmer
 
Auch wenn der Titel eher philosophisch-distanziert klang, so haben wir uns auf einer
sehr persönlichen Ebene ausgetauscht. Es hat sich im Salon bewährt von der persönlichen
Ebene auszugehen. Eine philosophisch-allgemeine Ebene kann dazu kommen, aber
der persönliche Ausgangspunkt fördert den Zugang zueinander u. verhindert ein allzu leichtes Abgleiten
ins Abstrakt-Beliebige.
Insofern schimmerte der Titel nur sehr leicht durch am Abend mit kleinen Ausflügen in Richtung
Silicon Valley u. ihr Kampf gegen den Tod, Transhumanismus und digitales Weiterleben.
Wir streiften das Thema „Organverpflanzung“ und Phänomene der Verbindung und Entfremdung zwischen
Toten und Überlebenden.
Der Kern des Abends waren aber unsere persönlichen Zugänge zum Thema: Heide-Marie war zum ersten
Mal beim Salon und war mutig genug von der Nachtod-Kommunikation mit ihrer sehr nahestehenden, sich selbst getöteten
Nichte zu berichten. Sie hatte dies vorgelesen. Der Text handelten von den seelischen Dilemmata, ihr Verhältnis zu
den Lebenden und Toten u. ihrer Entwicklung. Ich persönlich fand es nachvollziehbar u. zugänglich, obwohl ich selbst
keine ähnlichen Erfahrungen machte. In der Runde berührte diese Selbsterfahrung, wobei auch von einem Salongast
betont wurde, dass sie dies nicht nachvollziehen konnte. Obwohl viele kritische Operationen überlebend, dominiert bei ihr
immer noch ihre familäre Sichtweise des baren Materialismus.
Das ist das was ich mitgenommen habe, der Tod hat für jeden von uns so unterschiedliche Bedeutung, mehrere auch für uns
selbst und widersprüchlich. Der Tod ist also wie das Leben selbst ein Phänomen u. kann nicht mit einem Motto, mit einem positiven
oder negativen Fazit abgeschlossen werden. Es wurde berichtet von Verwandten, die friedlich einschliefen obwohl sie nicht
religiös waren, aber auch von schrecklichen Sterbeprozessen. Überhaupt wurde unterschieden zwischen Sterben und Tod. Sterben macht Angst,
der Tod nicht so sehr. Keine Angst vor dem Tod, der Standard-Satz des modernen Menschen, aber ist das auch ehrlich ? Warum ist es
üblich seine Angst vor dem Tod zu leugnen ? Sind wir wirklich so abgeklärt ? Wir fanden heraus, dass der Tod ein Motor ist für uns, wir
wollen etwas hinterlassen, wir wollen die Welt verbessern, unseren Nachkommen einen besseren Planeten hinterlassen. Aber warum machen wir angesichts
der eigenen Begrenztheit soviel destruktiv, banales, egostisches ? Zumindest liegt dann keine gesunde Mischung vor. Wir brauchen diese Mischung aus „Memento Mori“
und gesunder Verdrängung. Vielen Salon-Gästen lag dieser Spruch auf der Lippe über das Paradoxon des gesunden Lebens, ich hoffe der Spruch von Gandhi geht in die
gemeinte Richtung (google sei dank :-): Lebe, als würdest du morgen sterben. Lerne, als ob du ewig leben solltest. – Mahatma Gandhi
Apropos Paradoxon, Andreas erwähnte den Roman von Simon de Beauvoir „Alle Menschen sind sterblich“ in der die Unsterblichkeit der Hauptfigur zu einem großen Lebensüberdruß führte, weil sich alles wiederholt, weil paradoxerweise erst die Begrenztheit des Lebens zur Wertschätzung führt, so die Aussage des Buches.
 
Die Durchlässigkeit zwischen Leben und Tod im Gegensatz zur verankerten Vorstellung von Entweder-Oder wurde sehr eindrucksvoll von Andrea beschrieben, über ihren Abschied zu ihrer dementen Mutter. Der Tod fängt einerseits früher an, aber die geistige Verbindung hält andererseits auch über den Tod an. Kann anhalten. Je nach Veranlagung, je nach Einstellung.
Vielleicht haben wir auch alle unterschiedliche Aufgaben im Leben und damit auch im Zus.hang mit dem Tod.
 
Ein überraschend großen Anteil am Salon-Abend nahm das Thema Verabschiedungs-Beerdigungs-Rituale ein. Es wurde von gelungenen und auch misslungenen Beerdigungen berichtet. 
Fazit war: wir brauchen persönliche u. authentische Rituale ! Die Zeiten, in denen ein neutrales Ritual und ein unbekannter Priester Trost spendet, sind vorbei. Wir sehnen uns nach Beziehung, nach einer persönlichen Note, nach einem Austausch.

Unser Geldsalon vom 8.12.18

Rückschau des Salons
Thema „Geld“, 14 Teilnehmer, 19.00 bis 23.30 Uhr, bei mir in West-Schwabing.
Der Salon fand wieder bei mir statt u. ich erwartete sogar noch ein paar mehr
Teilnehmer, aber krankheitsbedingt haben mehrere kurzfristig abgesagt.
Jaro hielt an dem Abend einen Impulsvortrag rund um das Geldsystem, den
Ihr hier einsehen könnt : https://jarogruber.blogspot.com/
Der Vortrag kam gut an u. veranlasste uns zu vielfältigen Nachfragen und
Anmerkungen. Leider schweiften wir zu oft u. umfangreich ab in Richtung Geopolitik und grundsätzlichen politischen Themen.

Wie schon desöfteren im Salon, so traten auch hier wieder 2 Pole (mit mehreren Anhängern) auf, die wir mal beidseitig-ironisch alsVerschwörungstheoretiker und Mainstreamgläubige bezeichnen wollen.“Parasitäres Geldsystem“ und  „imperiale Geopolitik“ auf der einen Seite u. „Erfolgsmodell“,“individuelle Verantwortung / Dankbarkeit“ auf der anderen Seite. Interessanter Weise zeigt sich diese Widersprüchlichkeit teilweise auch in den Teilnehmer selbst. So kann z.B. ich in beiden Seiten Wahrheitsgehalte feststellen.

Regine erzählte von Ihren Erfahrungen mit Anlage in Cryptowährungen, die in der Runde eher kritisch gesehen wurden. Angesichts der erwähnten Reichstumskonzentration, Verschuldungsquoten, Sozialabbau, drohenderBargeldabschaffung wurde das Thema „Geld“ im Salon eher pessimistisch gesehen. Früher selbst äußerst pessimistisch in Bezug auf das Finanzsystem, so wollte ich gerade in Hinblick auf die Innovation „Cryptowährungen“ Optimismus verbreiten. Was mir nicht gelang :-). Die meisten sahen dahinter noch mehr Kontrolle, Betrugspotenzial u. Energieverschwendung.

Unsere Geld-Hypnose
Für mich war interessant, wie eng die Vorstellung von Geld in der Runde war. Geld wird immer noch ausschließlich als „Tauschmittel“, „Bewertungsmaßstab“ u. „Speichermedium“ gesehen, um die klassische
3er-Funktion zu zitieren. Der Debitismus würde noch die politische Dimension des Autoritätaktes „Geld durch einseitigen staatlichen Zwang“ sehen, was aber den Fatalismus noch stärkt.
Mein Optimismus wiederum speist sich aus den heutigen technischen Möglichkeiten, die die Geldfrage extrem öffnen.
Und zwar hinsichtlich der Geldvehikel (vielgestaltigste digitale Einheiten), der Souveränität (dezentrale, selbstbestimmte Geldsysteme möglich)
und der Resourceneinbindung (alle möglichen Ressourcen können erschlossen werden: Zeit, Bewertungen, Kundenbindung, Information, Zuverlässigkeit,Aufmerksamkeit…..).
Das Chinesische Sozial-Punkte-System, das jetzt umgesetzt wird, 2020 flächendeckend, wird jede Regung jedes Bürgers registrieren u. bewerten.
Dies ein Realität werdender Albtraum, der einen die Begeisterung für digitale Austauschsysteme (neben Cryptowährungen auch SmartContracts u. DAOs=
digital-automatisierte Unternehmen, quasi eine Bündelung von SmartContracts, ohne Mitarbeiter) nehmen kann.
Trotzdem werden digitale Innovationen uns die Möglichkeit eröffnen in einer (Geld)Realität anzukommen, in der wir mehr Möglichkeiten, mehr Wohlstand,
mehr Lebensqualität, mehr Mitbestimmung haben werden. In der die digitale Gerechtigkeitslücke (Kunst, Journalismus, Wissen werden trotz Mehrwert für die Nutzer verramscht) geschlossen wird, Anreize für Win-Win-Lösungen geschaffen werden, Rückmeldungssysteme die Rücksichtslosigkeit unseres heutigen Finanzsystems eindämmen u. jeder noch so abgehängtes Prekariatsmitglied oder Drittweltlandbauer an Ressourcensysteme angeschlossen sein wird.
Wir werden nicht mehr 1 Geldsystem haben, mit den „Währungshütern“ in Gestalt von allmächtigen Zentralbankern, die in verschwurbelten Pressemeldungen über das Wohl u. Wehe unserers Finanzsystems entscheiden, 1 Geldsystem, in dem wir alle Gefangene sind als Politiker, Bürger, Steuerzahler, Sparer.
Wir werden eingebunden sein an so vielen Teil- u. Subsystemen, wie wir mögen u. aktiv sein können. Wir können sie verändern, anpassen u. zusammen mitanderen neue gründen.
Ein Grundeinkommen, über das wir leider im Salon gar nicht gesprochen haben, wird im neuen Zeitalter der Ressourcenerschließung, Kommunikation und Anpassung
kein großes Ding sein. Wir werden viele verschiedene Kanäle haben, abgesehen von der „Materiewirtschaft“ wie Essen u. Wohnen wird Wirtschaft ohnehin immer mehr Information u. Kommunikation sein. Interessant dabei, dass ohnehin diese „Materiewirtschaft“ innerhalb des Finanzsystems immer unbedeutender wird und das Wachstum sich im Digitalen abspielt.
Die von mir geplanten Salon-Spielgeldsysteme für den Abend habe ich unvollständig vorbereitet u. es war auch nicht
unbedingt die Stimmung in der Runde diese zusammen zu entwickeln. Also blieben die verschiedenen Spielgeldstapeln unangetastet.
Vielleicht passiert es ein andermal, ich hätte große Lust darauf, dass wir praktisch „Geldsystem“ spielen. 🤗
Eine gewisse Baustelle bei diesem u. weiteren Salons in der Zukunft sehe ich in der Ausbalancierung verschiedener Energien.
Die Energien der Selbstdarstellung, des Rechthaben-Wollens, der Rhetorik müssen eingehegt werden zugunsten Einbindung der leisen Stimmen
und ruhiger Reflexion. Bin da als Moderator nicht die Idealbesetzung, bei der Kompromissfindung zwischen Struktur und Freiheit finde ich mich selbst zu passiv.
Das werden wir hoffentlich weiterentwickeln.
Hoffe die Zusammenfassung findet Ihr inspirierend
Alfred

So war der Ehrlichkeitssalon

Liebe Salon-Freunde,

unser neuer Salon steht an, Ihr seid herzlich eingeladen :
am 12.11.2018, 19 Uhr
Thema „Schuld und Verantwortung“
Ort: bei mir , bitte vorher anmelden.

Dieser Salon ist sozusagen die Fortsetzung vom letzten mal („Ehrlichkeit“).
Beim letzten Salon am 17.10.18 waren wir 8 Leute.  Unten findet Ihr eine kleine Zusammenfassung.

Gerne weise ich noch auf folgende Termine hin:

Sa, 3.11. und So, 4.11. Einführungsseminar in die  friedensgenerierende Kommunikation von Bernd Bötel (Bernd war auch beim Salon da; mir gefällt der Name sehr, als Alternative zur gewaltfreien Kommunikation, wer sich für das Seminar interessiert – > bernd.boetel[at] fairnetz.org
5.11. , 18 Uhr Gründungstreffen für die Mü.Vernetzung Sozialer Enterpreneure (weitere Infos gerne bei mir)
6.11. , 19 Uhr Mikroplastik in Bayerischen Gewässern
10. – 13.11.  18. Münchner Wissenschaftstage.de

Herzliche Grüße
Alfred

Zus.fassung vom Ehrlichkeitssalon am 17.10.18

Was ist echt / ehrlich ?
  • Warum man  lügt : 1.Vorteile , 2.Nachteile vermeiden, 3.Verantwortung;  zu 2,) Schamgefühl, Hilflosigkeit (Bernd´s Exitstrategie : Rückbindung zum eigenen Gefühl, GFK), Mangel an Selbstreflexion; Wie kann man ehrlich sein, wenn man sich schämt oder sich hilflos fühlt? zu 3.) Lügen aus Verantwortung : z.B. Kinder, alte Eltern, der Lügner verpackt die „Wahrheit“ damit sie bewältigt werden kann
  • soziale Funktion der Lüge: was ist gewonnen , wenn man ständig „die Wahrheit“ sagt ?
  • Point of no Return -> Verstrickung der Lügen
  • „temporäre Wahrheit“ / subjektives Empfinden vs. objektive Wahrheit; hier ergab sich eine lebhafte Diskussion : „postmoderner Relativismus“ vs. „überkommener Wahrheits- u. Moralbegriff“
  • Wahrheitsveranlagung ist ein weites Spektrum, unmittelbare Ist-Äußerungen (Autisten, kleine Kinder), bis zu charakterlichen/krankhaften Lügnern (Pseudologie, Psychopathen)
  • große Typologie der Lüge (siehe engl. Wikipediaeintrag: https://en.wikipedia.org/wiki/Lie#Types
  • der Mensch als gespaltenes Wesen, positiv formuliert, ein komplexes Wesen mit vielen Rollen u. Anforderungen
  • Ringmodell des Vertrauens (innerer Kreis von Familie/Vertrauten -> Mensch, äußere Kreise ggü. Fremden -> Persona/Rollen; kann auch komplett umgedreht sein in autoritären / dysfunktionalen Familien
  • ges./polit. Dimension: wollen wir belogen werden ? Massenpsychologie, Manipulation, Technische Mögl.keiten (deep fakes); Soltschenizin über Totalitarismus: die Lüge zieht sich durch jedes Individuum
  • Kernfrage „was ist die Konsequenz der Wahrheit bzw. Lüge“ -> Verantwortung; Rückkopplung zur eigener Psyche, Verantwortung ggü. dem gesellschaftlichen „Bewusstseinsfeld“

Unser Fazit :

Man sollte die Wahrheit dem anderen wie einen Mantel hinhalten, daß er hineinschlüpfen kann – nicht wie ein nasses Tuch um den Kopf schlagen. – Max Frisch

Salon mit dem HALLO – Projekt

Erster Salon nach der Sommerpause

Am 13. September ging es  wieder mit einem Salon weiter, aktuelles Thema „Kontakt u. Kultur“ . Wir waren zu Gast im Büro vom Hallo-Projekt, im Social Impact Lab in der Balanstraße. Als ich mich vor 2 Wochen mit Lisi traf (wir haben uns über Project Together kennengelernt) hat sie mir davon erzählt, dass es bei ihrem Projekt darum geht Senioren u. internationale Leute  zusammenzubringen. Wir kamen auf die Idee einen gemeinsamen Salon zu veranstalten.

Insgesamt waren wir 13 Leute. Unsere Teilnehmer kamen aus folgenden Ländern : Deutschland, Türkei, Bangladesh, Indien, Kolumbien, Argentinien. Hier kam also ein großer Erfahrungsschatz aus verschiedenen Ländern zusammen.

Wir tauschten uns aus über Kontaktverhalten, Freundschaften, Familien, Einsamkeit, gesellschaftlicher Zusammenhalt, Vereinzelung, Rolle der neuen Medien („Smartphone“), Mann-Frau-Kontakt.

Unser Salon zu Gast beim Hallo-Projekt
 Impulsreferate

Nach einer Vorstellungsrunde hielten  Paula („Kommunikation als Mittel der Gemeinschaftsbildung“) u. Kerstin („Studien über Isolation/Vereinsamung in westl. Gesellschaften“) 2 Impulsreferate:

Unterscheidung Isolation (objektive Kontaktsituation innerhalb einer demographischen Vergleichsgruppe) u. Einsamkeit (subjektives Gefühlsempfinden). In Studien kam heraus, dass die Vereinzelung u. Vereinsamung deutlich zunahmen. Der unmittelbare Kontakt wird weniger: weniger Gespräche, weniger Gesprächszeit, weniger Treffen, weniger Einladung.; besondere Vereinsamung von Senioren; Gründung eines Einsamkeitsministeriums in Großbritannien; Phänomen des Hikikomori in Japan; weniger verlässliche „Notfallkontakte“; psychologische Gefährdung ab 2 Stunden Soziale Medien pro Tag; verzerrte Wahrnehmung (Selbst-, Fremdbilder u. Kontakt) durch Soziale Medien,

Unserer internationale Erfahrungsaustausch

großer Unterschied des Kontaktverhaltens zwischen Stadt u. Land; Smartphone u. soziale Medien haben in allen Ländern das Kontaktverhalten (zum negativen) verändert; Gesprächskultur im Westen, insb. Deutschland, insb. München ist sehr „effzient“, „sachlich“ u. unsere internationalen Besucher finden es schwer Kontakt zu knüpfen. Sie meinten, man müsse mehr Zeit investieren, um Freundschaften einzugehen, aber auch, dass sie die Freundschaften dann aber auch als tiefer empfinden. Die Vereinsamung von Senioren nehme auch in den nicht-westlichen Ländern rasant zu.

Neben der Atomisierung sprachen wir auch davon, dass die Gesellschaften inhomogener werden, jeder immer mehr in seiner eigenen Welt-Wahrnehmung lebt. Uns Einheimische hat  überrascht, dass diese vermeintlich „westliche“ Entwicklung sich anscheinend rasend schnell auch im Rest der Welt vollzieht. Auch die tiefe Zerrissenheit der Gesellschaft, von manchen auch als Spaltung bezeichnet, vollzieht sich auch in anderen Ländern. Dabei waren die Berichte aus Argentinen (seit 2 Jahren in einer sozialen u. politischen Krise) u. Türkei (die fortschreitende Entdemokratisierung; immer mehr Ehen, Familien u. Freundschaften zerbrechen daran) besonders eindrückliche Beispiele.

Unser Schlußwort

Neben all dem Trennenden, gibt es jedoch mehr Verbindendes u. wir wollen dies kultivieren. Vielleicht ergeben sich aus unserem Salon heraus auch private Kontakte, mal schauen !

Alfred Weiß

 

Salon „Political Correctness“

Nachdem der Community Bus das Kreativquartier verlassen hat u. ja auch insgesamt verkauft wird (das Busprojekt nebenher zu machen, war einfach eine Nummer zu groß für mich) brauchen wir nun neue Orte für unsere Salons. Unsere Idee war für die nä. Zeit „Salonhopping“ zu betreiben, d.h. uns abwechelnd in privaten Wohnzimmern zu treffen.

Das Wohnzimmer wurde es am 31. Juli nicht, denn wir hatten einen besseren Ort : die Terrasse von Regine. Dort trafen wir uns in kleineren Runde von 7 Leuten um über das Thema Political Correctness (PC) zu diskutieren. Dieses Thema war in Verknüpfung zum Salon „Jordan Peterson“, weil dieses Thema ja eine zentrale Rolle bei ihm einnimmt. Ausgehend von der Definition aus Wikipedia ergründeten wir die Begriffs- u. Bedeutungsgeschichte von PC. Im Gefolge der Bürgerrechtsbewegung in den USA, die gleiche Rechte für Schwarze u. andere Minderheiten einforderte, wurde eine Humanisierung, eine Sensibilisierung für die verwendete Sprache als Notwendig erachtet.

Wie bei sovielen Phänomenen war der Anfang u. ist der Kern von PC vernünftig, nachvollziehbar u. gesellschaftlich konstruktiv. Hier waren wir uns im Salon einig. Was nun die Entwicklungen der letzten Jahre betrifft, ausgehend von USA u. Kanada stimmte die meisten Salonteilnehmer bedenklich. Sprachcodes der Zeitungen, Anti-Diskriminierungstrainings für Rechtsanwälte, Verträge für Gendersprache für WissenschaftlerInnen 🙂 , sogar für die bedarfsgerechte Verwendung der 17 (?) verschiedenenen Genderpronomen in Kanada (Bill C-16) stellen schon längst eine Übertreibungsphase, die gesellschaftlich mehr schadet als nützt. Nicht zu vergessen werden darf dabei, dass die oft radikalen Befürworter inmitten einer mit Milliarden schweren Genderindustrie sitzen u. schon längst ihre Existenz mit radikalen Forderungen verknüpft haben.

Das Problem ist das zunehmende Mißtrauen u. Radiklisierung, die einen echten Diskurs zunehmend erschweren. Statt ein friedliches u. konstruktives Miteineinander findet eine Lagerbildung u. damit eine immer tiefergehende Spaltung der Gesellschaft ein. Die Sprache wird vergiftet u. damit die Kommunikation. Kein kleines Thema also. Und genau das Gegenteil der eigentlichen Intention u. somit ein klares Zeichen der Übertreibung. Wichtig ist zu schauen, dass es keinen Backlash gibt, der auch den Kern in Frage stellt, sondern zu betonen, dass dieser Kern bewahrt wird.

Konkret heißt dass, dass Selbstzensur (Moral Panic), diskursabrechende Haltungen (No-Plattforming), Diskussionsphobie (Safe-Spaces) oder die oben beschriebenen Sprachcodes, Vertragsvorgaben, Trainings zu weit gehen. Während früher der Sprecher die abwertende Botschaft bewusst einbaute, wird ihm heute von außen eine solche unterstellt. Die Denunziationsskandale an nordmerikanischen Universitäten (z.B. ´der Fall Lindsay Shephard) machen einen fassunglos. Lösungsansätze verfolgt z.B. Jonathan Haidt u. seine Heterodox Academy mit der Haltung den Diskurs zu fördern. Wichtig sei erstmal die Wahrnehmung, dass es verschiedene Moralhaltungen gibt, die für einen Diskurs u. eine gesellschaftliche Balance wichtig ist. Z.B. eine konservative Haltung zu diskreditieren ist genauso schädlich, wie die Förderung einer Meinungs-Monokultur wie sie an den linksliberalen Fakultäten zu beobachten sind.

so friedlich-korrekt, doch was schlummert da unter der Oberfläche ?
…..schau mal einer an 🙂

Nächster Salon am 18. Juli

Liebe Saloninteressenten,
1.) am 18.Juli, 18 Uhr findet unser nä. Salon statt.
Thema : „Warum sind wir alle am Anschlag?“
Heute bin ich zufällig über das aktuelle frz.Magazin gestolpert,
das genau unsere Frage stellt „Mit welcher Geschwindigkeit wollen wir durchs Leben gehen?“
Vielleicht sind ein paar Inspirationen für den Salon drin.
sehr aktuell: welche Geschwindigkeit passt zu uns?

Da der Bus wahrscheinlich schon weg ist, haben wir bei schlechten Wetter noch keinen Plan B,
bitte sagt vorher Bescheid, wenn Ihr kommen wollt.
2.) Apropos, ich möchte morgen 10.7. am Nachmittag u. am Mi.11.7. Vormittag den Bus noch leerräumen.
Hilfe willkommen, kommt gerne vorbei !
3.) Vielleicht könnt Ihr Sachen brauchen: Thermoskannen, Kissen, Tassen……
4.) Ausserdem würde ich mich über eine Mitfahr-Begleitung freuen (Mi.11.7. Nachmittag), beim Überführen des Busses nach Weilheim (Werkstatt).
5.) Ich bekomme in nä. Zeit verschiedene Büromöbel (gut erhalten, aus einem Büro in Haidhausen), Stühle, Tische, Schränke….
schreibt mir, wenn es Euch interessiert. Kostenlos. Allerdings gegen etwas Geld falls ich es transportieren sollte.
Beste Grüße
Alfred
(Bus) Salonier
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Salon am 15.06.2018 – Digitale Prokrastination

Wir hatten einen schönen Abend mit 15 Teilnehmern. Das Wetter lies es wieder zu, dass wir gemütlich bis in die Dämmerung hinein draußen sitzen konnten. Nachfolgend findet Ihr die Zusammenfassung der besprochenen Inhalte.  Wir hatten das Thema „Digitale Prokrastination“ (also das Aufschieben von wichtigendigitalen Themen, die man eigentlich angehen sollte).
Vielen Dank an Kathrin u. Janina für die gute Zusammenfassung !

Wir stimmten ab, welche Themen wir intensiver behandeln sollen

Statements / Themen:

  • Cloud ist hilfreich, um mit mehreren Menschen an gemeinsamem Projekt zu arbeiten
  • wir hinterlassen ständig viele Datenspuren im Netz → es ist möglich, „Gesinnungsprofile“ über den Nutzer zu erstellen; Horrorszenario: Nutzung dieser Profile durch ein faschistisches System oder Diktatur
  • es gibt viele alternative Suchmaschinen und am Ende „googelt“ man trotzdem wieder
  • „wenn du dabei sein willst“, musst du dich nach den Algorithmen richten
  • Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) seit 25.5.18 in Kraft → große Belastung für Einzelunternehmer, Selbständige und kleine Betriebe
  • nach DSGVO kommt nun das Leistungsschutzgesetz
  • Technologien bergen viele Chancen und sind grundsätzlich neutral;
    es kommt darauf an, wie man sie nutzt bzw. welche Interessen dahinter stehen (z.B. kostenlose Dienste bezahlen wir mit unseren Daten)
  • WhatsApp ist wie trojanisches Pferd
  • Katrin bekommt gerade Druck von der Schule ihrer Kinder, da sie einen WLAN-Nutzungsvereinbarung nicht unterschreiben möchte, der im Zuge der neuen DSGVO erstellt werden musste. Kurz zusammengefasst: die Schule soll für alle Vorkommnisse ent-, die Eltern dafür für alles belastet werden (inklusive Rechtsanwalt, …). Hier ein Auszug:
    • Die Authentifizierung im WLAN erfolgt durch Passphrase ohne Kennwort
    • Die kabellose Datenübertragung erfolgt unverschlüsselt
    • Der Nutzer sorgt für einen stets aktuellen Virenschutz auf seinem Gerät
    • Bei rechtswidriger Verwendung des WLAN durch den Nutzer oder aufgrund seiner Billigung ist die Schule von sämtlichen Ansprüchen Dritter freizustellen, insbesondere datenschutzrechtliche, urheberrechtliche oder sonstigen rechtlichen Streitigkeiten. Verletzt der Nutzer die Vereinbarung erheblich und nachhaltig ist die Schule berechtigt, den Ersatz für entstandene Kosten, insbesondere auch Rechtsanwaltskosten vom Nutzer bzw. den Erziehungsberechtigten einzufordern.
    • Ich (Mutter) bestätige, dass ich die Nutzungsvereinbarung mit meinem Kind durchgegangen bin. Über die Pflichten und rechtlichen Konsequenzen, die auf mich als Sorgeberechtigten zukommen können, bin ich informiert. (das Kind soll einen ähnlichen Satz unterschreiben)
      = die Kinder sind 11 Jahre + 15 Jahre alt!
  • Passwörter über Software verwalten oder analog auf Papier?
  • Konkrete Gefahren durch Erpressungen durch Hacker (z.B. Krankenhaus)
  • Internet muss weg von der Monopolisierung und dezentralisiert werden – viele Leute im Silicon Valley fordern dies bereits
  • Amazon als Chance: angehende Autoren finden bessere Konditionen als bei Verlagen; bei begehrten Artikeln drängt Amazon die Händler vom Markt und bietet Produkt selbst an
  • manche Internetseiten werden nicht angezeigt, wenn man nicht der Verwendung von Cookies zustimmt
  • es gibt bereits unterschiedliche Preise im Online-Handel, je nachdem, wer die Seite besucht (z.B. Apple-User erhalten höheren Preis)
  • Macht von Facebook, z.B. Wahlmanipulation; Auftritt von Zuckerberg im Europaparlament
  • China: Schulen messen mit Kameraüberwachung die Aufmerksamkeit der Schüler; Vergabe von Bonuspunkten im Social Credit System, wenn man seine Eltern regelmäßig besucht schon Realität oder noch Fiktion?
    Systematische Belohnung bei Kindern führt dazu, dass sie ohne Gegenleistung nichts mehr machen wollen
    Belohnungen untergraben die intrinsische Motivation
  • Große Chance: Online-Plattformen als gelebte Demokratie
  • Human Connection als Alternative zu Facebook kämpft ums Überleben; es wurden bereits große Geldmengen investiert

konkrete Tipps, Hinweise, Infos, Alternativen:

Impulsreferat von Kerstin:

Ist der Missbrauch unserer Daten eine über- oder unterschätzte Gefahr?

Wer hat Erfahrungen oder kennt jemanden, der durch Datenmissbrauch geschädigt wurde?

Einwertung in Kategorien: wahrscheinlich / schlimm