Zusammenfassung des Salons vom 28. Mai 2019 „Anfänge der westlichen Philosophie“

Dieser Salon fand wetterbedingt nicht im Englischen Garten statt, sondern bei mir.
Regine hat mich schon früh gewarnt, und 2 Tage vorher war es klar: es wird schlechtes Wetter geben.
Damit haben wir den Abend so verbracht, wie schon die letzten Monate : bei mir zuhause in West-Schwabing.
Diesmal waren wir 9 Leute, wir lasen über die Anfänge der Philosophie; wie erwartet kamen wir nicht weit, weil wir viele Anmerkungen hatten 🙂
Bergwald am Tegernsee
Ein Highlight für mich gibt es immer schon am Anfang, wenn wir uns nicht nur vorstellen, sondern auch berichten, was einen jeden
von uns beschäftigt. Muss es jedes mal wieder berichtigen, am Anfang der Salonreihe machte ich den Fehler, die Gäste aufzufordern
von ihren „Projekten“ zu erzählen. Das führte dazu dass viele eingeschüchert waren und dachten, es interessieren nur  pompöse Projekte 😀. Dabei geht es nur darum zu erfahren, was uns alles so beschäftigt und wo es Schnittpunkte geben könnte.
Diesmalige war es auch wieder eine vielfältige Interessenslage: Jordan Peterson, alternative Energiegewinnung, ein Buch über E-Learning
schreiben, VHS-Kurse zu Digitalen Kursen geben, Bilder malen, Metereologie und Erdhüllenbeschaffentheit, einen 200jahre-alten Bauernhof als Seminarort betreiben https://www.tillishof.de/
, Boden+Samenforschung, Urlaub im brasilianischen Urwald, Zukunftsmuseum in Rio de Janeiro, DokFest München, Nachbarschaftsfest, FEATS-Theaterfestival
in Ottobrunn, Fasten, Flüchtlingshilfe, Social Business Meetup, AI+Cultural Impact, Brauereiführung, Datenschutz in der Kinderpsychotherapie……
Weiß nicht wie es Euch geht, aber diese Vielfalt und der Austausch hebt bei mir immer die Stimmung 🤗.
Zum Thema, anfänglich besprachen wir unser persönliches Verhältnis zur Philosophie.
Es stellte sich heraus, dass 3  Leute aus unserer Runde Philosophie studiert haben und immerhin 3 Leute haben „Sophies Welt“ gelesen.
Diese 2 Kreise haben keine Überschneidung :-).
Weitere persönliche Bezüge:
  • „Das Wesen des Christentum“ von Ludwig Feuerbach als Befreiung von Religion,
  • „Mathematik als bleibende Wissenschaft“,
  • intensive Beschäftigung mit Marxismus da allg.Utopie-Versprechen der 60+70er Jahre,
  • „wer nicht denkt , muss leiden“,
 
Kinder- und Jugendfragen der Teilnehmer:
  • Wie kommt es, dass ich bin ?
  • Wie bin ich entstanden ?
  • Was ist Unendlichkeit ? (machte ihm als Kind Angst, sagte ein Teilnehmer)
  • Was kommt nach dem Tod ? (machte einem anderen Gast als Kind Angst)
  • Warum beschäftigen sich die Erwachsenen mit soviel Unwichtigem ?
  • Stimmt es was die Religion sagt über Gott, Sünde und Leben nach dem Tod ?
  • Kann es sein, dass die Erwachsenen auch keine Ahnung haben ?
Das Buch „Geschichte der Philosophie“  von Christoph Helferich
3 Teilnehmer haben schon vorher in dem Buch gelesen. Hier übrigens eine hilfreiche Rezension : http://www.glanzundelend.de/Artikel/abc/h/christoph-helferich-geschichte-der-philosophie.htm
Ehrlich gesagt…….schafften wir nur 3 oder 4 Seiten zu lesen……immerhin mit Einleitung („lese ich sonst nie….. „).
Was bei mir hängenblieb :
Philosophie ist eine „Einladung“ zum Selberdenken, man soll sich nicht von der Materialfülle oder Kompliziertheit einschüchtern lassen;
die verschiedenen Philosophischen Sichtweisen sind immer im Zusammenhang mit der Zeitgeschichte zu sehen,
von den Ereignissen, techn.Möglichkeiten, Gesellschaftsordnung, Bedürfnissen; Philosophie als Ur-Wissenschaft, die Fragen nach den Zusammenhängen;
 Philosophie als Geburtsstunde des hinterfragenden Geistes; Naturwissenschaften, Technik, Metaphysik waren früher noch sehr verschmolzen;
vor der Philosophie herrschte das Mythologisches Denken: die Welt wurde als eine gesamte Erzählung verstanden, sehr ganzheitlich, sinnhaft, es gab einen
Kosmos von Kräften, die von menschen- und  tierähnlichen Göttern beherrschaft wurde; der Autor betonte, dass dieses mythologisches Denken nicht
mit „irrational“ gleichgesetzt werden darf, weil es damals absolut sinnhaft war so zu denken, es hatte Bezug zur damaligen Ordnung und dem damaligen Alltag.
Für mich persönlich ist die Philosophie so attraktiv, so sexy 😎😀😗😘 💓 weil : sie niemals altert, weil sie die Wissenschaften zusammenführt und eine Synthese schaffen will,
weil sie soviele Blickwinkel hat wie es Wissenschaften, Sinne und Gedanken gibt, weil sie davon lebt zu hinterfragen, weil wir Menschen uns mit „42“ nicht zufrieden geben, weil Philosophie immer weiter will, sie uns Freiheit gibt, die  über gegenwärtige Begrenzungen und Unterdrückung hinausführt.

Zusammenfassung des „Fail-Salons“ am 27. April 2019

8 Teilnehmer, Salon bei mir in West-Schwabing
 
Es ging zunächst um die Geschichte der Fuck-Up Nights (FUN):
Ursprung in Mexiko 2012, Selbstdefinition als „Global Movement“ auf der Seite
www.fuckupnights.com , dort mit folgenden aktuellen Zahlen
80 Länder, 304 Städte, 1.578 Vorträge, 190.000 Teilnehmer.
Das sind nur die Zahlen über die offizielle Seite, natürlich
gibt es noch viele nicht-registrierte Veranstaltungen. Diese Kernorganisation
gründete 2014 das FAILURE INSTITUTE.
Alfred besuchte schon vor ein paar Jahren 2 Veranstaltungen, es ging damals um Scheitern von Jungen Unternehmern, war sehr gut besucht und strahlte eine eigene Kraft aus.
Er recherchierte die aktuelle Situation in München:
heute gibt es die Agile Failure Night (1.Event 29.11.18), die HR Failure night („keinen Bock mehr auf best cases“, letztes Event Jan.2019),
Epic Fail Night Munich („Schöner Scheitern“, letztes Event Sept.2018, Epic Fail Night Filmfest München („Fail meets the Art“, letztes Event Juni 2017) und nicht
zuletzt das offizielle Chapter https://fuckupnights.com/munich (#4 am 26.Juni 2019 in der IHK München ! 🙂
Wie immer hat der Salon seine eigene Dynamik und so wussten wir nicht, wie die Runde mit dem Thema umgeht.
Tatsächlich war das persönliche Scheitern im Sinne von persönlicher Reflektion nicht der Mittelpunkt, was eine Teilnehmerin
mit einem gewissen Bedauern quittierte. Im Mittelpunkt unseres Salons stand das Scheitern als psychologisches und gesellschaftliches Phänomen.
Scheitern ist relativ: das war der zentrale Punkt unseres Salons: die Auffächerung wie relativ Erfolg bzw. Scheitern ist
– zur gesellschaftl. Konvention: was der Zeitgeist gerade als erfolgreich u. erstrebenswert definiert; gesellschaftlicher Status zu jeder Zeit
– zur jeweilig eigenen Vorstellung (was die Familie und das Umfeld einen vorgegeben (manchmal leider „eingetrichtert“) hat -> gelungene Reifung: mit Selbstbewusstsein UND den eigenen Stärken UND Schwächen die eigenen Lebensziele verfolgen; nicht gelungen: mit Defizit-Gefühl eine fixe Idee verfolgen;
– die Vorstellung eines individuellen Lebensweges ist recht jung (vielleicht 50-200 Jahre), früher (und in vielen kollektiv geprägten Kulturen heute noch) hat das Individuum die Erwartung und Aufgaben des Clans zu erfüllen; heute noch : Stichwort „Ehre“
– unsere Vorstellungen der Welt und von richtig/falsch sind so stark kulturell geprägt, was wir aber immer wieder vergessen, Europa/Westen ist so klein! (Jürgen)
– zur zeitweiligen eigenen Vorstellung (Momentaufnahme) : hier kamen aus der Runde viele Beispiele was wir früher für Ziele hatten, wie wir (gottseidank) gescheitert sind dass wir dadurch andere=bessere Wege einschlugen oder daran gereift sind; Zitat „Wen die Götter bestrafen wollen, den erfüllen sie ihre Wünsche“ (d.h.man wächst mit den eigenen Aufgaben und mit den Rückschlägen u. frühe Erfolge nähren die Selbstüberschätzung und Ansprüche an das Leben) (Kerstin) ; buddh.Geschichte vom zeitweiligen Scheitern/Unglück, die sich später als Glücksfall/Erfolg erwies (Will); „wer weiß für was es gut ist“
Weitere Aspekte
– „Manchmal sind die Ziele nicht klug“ (im Sinne von eigener Überforderung) (Kerstin)
– wie konstruktiv z.B. behinderte Menschen mit ihrer Situation umgehen (Will)
– Scheitern als zentrales Motiv in der Kunst: Literatur, Film etc.; uns interessiert das Scheitern anderer Menschen, wir sind fast besessen davon : Gerüchte, Sensationsjournalismus
– das führt zur Frage : was ist ein Held ? Antwort: widrige Startschwierigkeiten; bereit sich dem Leben zu stellen; Entscheidungsfreiheit weise/mutig nutzen; Reifung der Angst/des Egos zur „größeren Persönlichkeit“, Einsatz für etwas Größeres ; ein Held ist jemand der das Scheitern transformiert
Verantwortung als neue Ebene : wir können persönlich scheitern (z.B.bei einer fixen Idee), aber es geht immer weiter: Kinder, Familie, Freunde, Arbeitnehmer, Geschäftspartner…..
d.h.wir dürfen im Scheitern nicht steckenbleiben (es kann eh ein Ego-Projekt sein), sondern müssen wieder zur Gegenwart und Zukunft zurückkehren; wichtig z.B. bei Sucht
– Scheitern als Normalfall  Amerikanische Unternehmenskultur : jeder gestandene Unternehmer ist schonmal gescheitert und steht dazu
– Erfolg als öffentliche Wahrnehmungsverzehrung (Survival Bias) : wir kennen die Google-Apple-Facebook-Geschichten zur Genüge, aber wer redet von den viel zahlreicheren Mitbewerber, die nicht überlebten ?
– Scheitern als Normalfall 2: 90 % der Startups gehen pleite, das wissen alle Risiko-Investoren
– Jordan Peterson : eine gesunde Gesellschaft  ist eine Gesellschaft, in der die Fähigen und Fleißigen weiterkommen; er hält den Westen deswegen für insgesamt gesund (Kerstin)
– Scheitern als Normalfall 3: hinter jedem Erfolg stehen fast immer 1000 Rückschläge (siehe Biografien von Künstler, Erfinder, Naturwissenschaftler, Unternehmer)
– Wir müssen unseren Kindern den Umgang mit Rückschlägen lehren / vorleben, trotzdem Weitermachen, Modewort Resilienz
 
Hier enspann sich eine lebhafte Diskussion : ungerechte Startschwierigkeiten diskutieren u. abschwächen (Stichwort: Armut, Bildung, prekäre Familienverhältnisse); Ungerechtigkeit wird es immer geben ! Ja, aber der Kampf dagegen muss auch immer sein ! Den Kindern ist aber nicht gedient, wenn man sie erzieht in dem Verständnis, dass man die Verantwortung immer nach außen abschiebt (schlechte Note -> der Lehrer ist schuld !)
 
– Selbstmord als ultimatives Scheitern ?
– Wir sitzen alle im gleichen, schicksalhaften Boot des Lebens -> Solidarität
„Das letzte Wort haben die Biochemiker“ (genialer Ausspruch, halb-ernst gemeint) : Zufriedenheit/Glück bzw. Depression/Gescheitert-Sein findet nicht außen statt, sondern im Kopf;
Buddhismus, Meditation, Prozac
– Persönliche Bilanzfragen eines Salonteilnehmers: war ich glücklich, habe ich anderen geschadet ?
– Erfolgreiche Menschen, sind Menschen, die mit Rückschlägen besser (d.h.konstruktiver) umgehen können (->Modewort „Resilienz“)

– Scheitern als Bestandteil eines Dialogs mit dem Leben !

Salon mit dem HALLO – Projekt

Erster Salon nach der Sommerpause

Am 13. September ging es  wieder mit einem Salon weiter, aktuelles Thema „Kontakt u. Kultur“ . Wir waren zu Gast im Büro vom Hallo-Projekt, im Social Impact Lab in der Balanstraße. Als ich mich vor 2 Wochen mit Lisi traf (wir haben uns über Project Together kennengelernt) hat sie mir davon erzählt, dass es bei ihrem Projekt darum geht Senioren u. internationale Leute  zusammenzubringen. Wir kamen auf die Idee einen gemeinsamen Salon zu veranstalten.

Insgesamt waren wir 13 Leute. Unsere Teilnehmer kamen aus folgenden Ländern : Deutschland, Türkei, Bangladesh, Indien, Kolumbien, Argentinien. Hier kam also ein großer Erfahrungsschatz aus verschiedenen Ländern zusammen.

Wir tauschten uns aus über Kontaktverhalten, Freundschaften, Familien, Einsamkeit, gesellschaftlicher Zusammenhalt, Vereinzelung, Rolle der neuen Medien („Smartphone“), Mann-Frau-Kontakt.

Unser Salon zu Gast beim Hallo-Projekt
 Impulsreferate

Nach einer Vorstellungsrunde hielten  Paula („Kommunikation als Mittel der Gemeinschaftsbildung“) u. Kerstin („Studien über Isolation/Vereinsamung in westl. Gesellschaften“) 2 Impulsreferate:

Unterscheidung Isolation (objektive Kontaktsituation innerhalb einer demographischen Vergleichsgruppe) u. Einsamkeit (subjektives Gefühlsempfinden). In Studien kam heraus, dass die Vereinzelung u. Vereinsamung deutlich zunahmen. Der unmittelbare Kontakt wird weniger: weniger Gespräche, weniger Gesprächszeit, weniger Treffen, weniger Einladung.; besondere Vereinsamung von Senioren; Gründung eines Einsamkeitsministeriums in Großbritannien; Phänomen des Hikikomori in Japan; weniger verlässliche „Notfallkontakte“; psychologische Gefährdung ab 2 Stunden Soziale Medien pro Tag; verzerrte Wahrnehmung (Selbst-, Fremdbilder u. Kontakt) durch Soziale Medien,

Unserer internationale Erfahrungsaustausch

großer Unterschied des Kontaktverhaltens zwischen Stadt u. Land; Smartphone u. soziale Medien haben in allen Ländern das Kontaktverhalten (zum negativen) verändert; Gesprächskultur im Westen, insb. Deutschland, insb. München ist sehr „effzient“, „sachlich“ u. unsere internationalen Besucher finden es schwer Kontakt zu knüpfen. Sie meinten, man müsse mehr Zeit investieren, um Freundschaften einzugehen, aber auch, dass sie die Freundschaften dann aber auch als tiefer empfinden. Die Vereinsamung von Senioren nehme auch in den nicht-westlichen Ländern rasant zu.

Neben der Atomisierung sprachen wir auch davon, dass die Gesellschaften inhomogener werden, jeder immer mehr in seiner eigenen Welt-Wahrnehmung lebt. Uns Einheimische hat  überrascht, dass diese vermeintlich „westliche“ Entwicklung sich anscheinend rasend schnell auch im Rest der Welt vollzieht. Auch die tiefe Zerrissenheit der Gesellschaft, von manchen auch als Spaltung bezeichnet, vollzieht sich auch in anderen Ländern. Dabei waren die Berichte aus Argentinen (seit 2 Jahren in einer sozialen u. politischen Krise) u. Türkei (die fortschreitende Entdemokratisierung; immer mehr Ehen, Familien u. Freundschaften zerbrechen daran) besonders eindrückliche Beispiele.

Unser Schlußwort

Neben all dem Trennenden, gibt es jedoch mehr Verbindendes u. wir wollen dies kultivieren. Vielleicht ergeben sich aus unserem Salon heraus auch private Kontakte, mal schauen !

Alfred Weiß

 

Landtagskandidaten diskutieren Social Business

Social Business in München

Öffentliche Treffen von Social Enterpreneuren (Macher, die sich vorgenommen haben, gesellschaftliche Notwendigkeiten mit unternehmerischen Mittel zu lösen) finden in München soviel ich weiß seit 2 Jahren statt, ca. alle 2 Monate. Sie werden über die Plattform Meetup u. Facebook angekündigt. Neben dem Interessenverband Send e.V. gibt es noch das bundesweite Unterstützungsprojekt Project2gether, die über Facebook sehr aktiv sind.  In München selbst gibt es noch das Impact Hub, die SEA Akademie u. das Social Impact Lab für Flüchtlinge .

Man kann also nicht sagen, dass es in München nichts gibt, aber leider hat sich noch keine dauerhafte Vernetzung ergeben, so dass ich gerne bereit bin, dabei mitzuwirken. Konkret wäre mein Beitrag z.B. eine Versorgung mit Büromöbel zusammen mit weitergeben.org vom Harald Prokscha vorstellbar.

Social Business vor der Landtagswahl

Am 11.Sept. 18 fand also wieder ein Meetup statt, diesmal in der Mü. Volkshochschule im neuen Gebäude Einstein 28 . Es wurden Landtagskandidaten verschiedener Parteien eingeladen, die über ihre Haltung zum Thema sprachen. Laut Veranstalter wurde die CSU zwar mehrmals eingeladen, aber konnte oder wollte niemand schicken.

 

Was besprochen wurde

Vernetzung der Szene wichtig, Definition u. Selbstbild schärfen, Förderdschungel lichten, nicht-monetäre Ressourcen bereitstellen, Bürokratieauswuchs im Auge behalten, Gemeinwohlökonomie verknüpfen, Politische Ansprechpartner, inklusion in Lehre+Forschung, Politik+Wirtschaft müssen sich als Partner sehen, jeder macht arbeitsteilig das beste b.d. Lösung gesellschaftlicher Probleme; Unternehmenskultur beinhaltet eine Kultur der Fehler+d. Scheiterns; Sozialenterpreneur als Hybrid; Abgrenzung zu alten Strukturen (z.B. Wohnfahrtsverbände), Ergänzung zur Profitmaximierung, moderne Form des ehrlichen+soliden Kaufmanns;

Eigene Hausaufgaben

Meiner Meinung nach liegt mit der Schärfung des Profils "was ist ein Social Enterpreneur, was ein Social Business ?" noch Hausaufgaben der Szene selber vor uns. Denn natürlich ist es jetzt schon schick "sozial" zu sein, "gesellschaftliche Verantwortung" zu übernehmen, "nachhaltig" zu wirtschaften. Wir müssen klarmachen wie man zwischen Marketing u. Substanz unterscheiden kann. Auch die viele Vorarbeit der Gemeinwohlökonomie, die ja Verantwortung messbar machen, sollte meiner Meinung nach bald in das Thema einbezogen werden.

Am Ende der Veranstaltung gab es übrigens noch für alle Getränke u. orientalische Snacks  von Über den Tellerrand kochen, vielen Dank dafür !

Salon „Warum leben wir alle so am Anschlag (gestresst)“

 

Datum 18.7.18,  18 – 23 Uhr
Ort: Vorplatz neben Halle 6, Kreativquartier
Teilnehmerzahl : 14

Jeder Teilnehmer legte einen „Stress-Gegenstand“ in die Mitte

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Kerstins Kurzreferat: „Wie lange Menschen gearbeitet haben – Sozialstudie“

banal, aber faszinierende Informationen gefunden
Impulsfrage für heute: Wie viel Arbeit ist gesund für die Spezies Mensch?

1. Steinzeit:

Ethnologen beobachten Nomaden, die noch wie die früheren Jäger und Sammler leben (Botswana, Australien, Amazonas) – sie arbeiten nur jeden 2. Tag für 2-6 Stunden (Haushalt schon dazugerechnet)
Annas Anregung dazu: Ur-Völker haben noch die Gabe zu sehen (die Natur zu betrachten), wir hingegen haben verlernt zu sehen, zu hören, zu erzählen. Unsere Gedanken scheinen immer auf Hochtouren zu laufen – das Gehirn braucht immer wieder neue Impulse

2. Vor-Industrielle, landwirtschaftlich geprägte Zeit:

der Arbeitszeit sind natürliche Grenzen gesetzt mit Licht und Jahreszeiten
französische Weinbauern einer bestimmten Region lagen den ganzen Winter über in den Betten, um Energie zu sparen
Arbeitszeit wurde lange ohne Uhren gemessen: Beispiel: „wenn man 2 Münzen voneinander unterscheiden kann, ist Arbeitsbeginn“ oder „wenn man Menschen auf der Straße erkennen kann…..“
Anfänge der Uhren-Nutzung: Menschen wurden auf Uhren und ihre Rolle wütend, manche zerstörten sie mit Stöcken
Kirchturmuhr wurde wichtig (ein Bürgermeister wurde ermordet, weil er die Kirchturmuhr manipuliert hatte, damit die Menschen länger arbeiten mussten)

3. Industrielle Zeit:

Verlängerung der Arbeitszeit, weil Uhren und künstliches Licht allgegenwärtig waren und weil sich die teuren neuen Maschinen amortisieren sollten
Pünktlichkeit fing an eine große Rolle zu spielen
16-Stunden-Woche war keine Seltenheit!
Folge: verkürzte Lebenserwartung (woran aber verschiedene Faktoren schuld waren)

4. Jetzt-Zeit:

Arbeitszeit hat sich verkürzt auf 35h/Woche, zuletzt wieder auf 38h und sogar 40h erhöht
In Japan gibt es ein Wort für „Tod durch Arbeit“
In Japan verbringt man sehr viel Zeit am Arbeitsplatz = große Identifizierung mit der Firma (viel davon sind aber nur Anwesenheitsstunden)
Einerseits weniger Arbeitsstunden, andererseits viel höhere Produktivität als früher; Beispiel von Jaro : Berchtesgardener Salzstollen: früher 6 cm am Tag Salz durch Arbeiter abgetragen, heute 2 m am Tag mittels Maschinen

Wenn es dunkler wird: Ruhe kehrt ein

Was im Lauf des Abends besprochen wurde:

  • Technik führt zu Zeitersparnis, die wir aber durch gesteigerte Anforderung wieder verlieren;
  • Der dt.-südkorean. Philosoph Byung-Chul Han stellt in seinem Buch „Psychopolitik – Neoliberalismus und die neuen Machttechniken“ heraus, dass die heutigen Ansprüche an unsere eigene Leistungsfähigkeit zwar von uns kommen, aber gesteuert werden.
  • Spruch: „Den meisten Stress machen wir uns selbst“
  • Buchtipp: Tommy Jaud: „Einen Scheiß muss ich“ https://www.buch7.de/store/product_details/1029685258
  • Menschen beanspruchen heutzutage viel mehr Wohnraum für sich, die Wohnungen sind viel zu groß
  • Armut in D ist relativ – man fällt weich
  • Aber: Relative Armut, d.h. Armut im Vergleich zu anderen, ist entscheidender als absolute Armut. Ungerechtigkeit macht unglücklich und krank. Menschen kommen besser damit klar, wenn alle gleichermaßen arm sind.
    Die Glücklichsten Menschen findet man in Bangladesch https://www.bundesregierung.de/Content/Infomaterial/BMZ/Die_gluecklichsten_Menschen_der_Welt_17872644.html
    Langzeitarbeitslose haben eine geringere Lebenserwartung als der Bevölkerungsdurchschnitt
  • Auch Menschen in Frührente haben eine verkürzte Lebenserwartung im Vergleich zu denen, die weiterarbeiten
    In beiden Fällen weiß man aber nicht, ob es nicht daran liegt, dass die Betroffenen arbeitslos geworden sind oder in Frührente gegangen sind, weil sie schon vorher gesundheitlich angeschlagen waren
  • Resilienz = psychische Widerstandsfähigkeit, mit Ressourcen besser umgehen können
  • Filmtipp: „The Big Lebowski“ http://www.filmstarts.de/kritiken/16463.html + https://www.imdb.com/title/tt0118715/
  • Realität kannst du dir zum Teil auch selbst machen (man stellt sich z. B. seinen Ängsten und erkennt, dass man etwas kann oder es gar nicht so schlimm ist, wie gedacht)
  • „Positives Denken“ = Trend a. d. USA, kann Leute auch unglücklich machen, wegen falschen Vorstellungen die nicht eintreffen = „Schuster bleib bei deinen Leisten“ – Ehrgeiz = Anspruch zu hoch
  • Buchtipp: Jan Fleischhauer „Alles ist besser als noch ein Tag mit dir“ https://buch7.de/store/product_details/1029647777
  • Spruch: „Wer schnell arbeitet – arbeitet nicht gerne“
  • Spruch: „Mach dein Hobby zu deinem Beruf, dann musst du nie arbeiten“
  • Schule: die Kinder lernen nicht mehr zu denken = fremdbestimmtes Denken – sie wissen nach der Schule nicht mehr, was ihre eigentlichen Stärken sind
    Tipp: Neurobiologe + Lernforscher Gerald Hüther: „Wissen kann man nicht beibringen: immer mehr Kinder in Deutschland leiden unter hohem Stress. Ich sehe das nur als Symptom eines viel größeren Problems: wir behandeln unsere Kinder wie Objekte, die man nach Wunsch formen kann.“ https://www.br.de/nachrichten/gerald-huether-kinder-100.html
  • Viele ältere Menschen haben Konflikte mit ihren Kindern
  • Viele Menschen leiden heute unter Beziehungsschwierigkeiten, Beziehungslosigkeit, Einsamkeit
  • Im 18. Jhdt wurde die romantische Literatur erfunden, Liebesheirat + klassische Rollenverteilung: Frau ist daheim bei den Kindern, Mann geht arbeiten. Jedoch waren arrangierte Ehen oftmals glücklicher als die Liebesehen. Zu viele Optionen bedeuten Stress.
    Menschen aus der Glaubensgemeinschaft der Amish haben keine Depressionen https://www.welt.de/gesundheit/article10730169/Warum-die-Amish-People-im-Alter-so-topfit-sind.html#
  • Spruch: “Glück ist nicht, zu haben was man will, sondern zu wollen, was man hat“
  • Jordan B. Peterson empfiehlt, nach Bedeutung zu streben, statt nach Glück.
  • Hochzeitstag: als der glücklichste Tag im Leben angepriesen. Von diesem Versprechen lebt vor allem eine ganze Industrie: Geschenklistenersteller, Blumenbinder, Einladungskartendrucker, Gastwirte, Kreuzfahrtreisebüroangestellte, Konditoren, Pferdekutscher und Fotobuchproduzenten
  • Schon Hans Selye, der Erfinder des Wortes Stress, unterschied zwischen gutem und schlechtem Stress
  • Spruch: „Das Leben passiert jetzt“
  • Techniker Krankenkasse definiert die Stressfaktoren so: Dauer / Intensität / persönliche Bewertung
  • Sachgesellschaft
  • Selbstverantwortung
  • Technische Geräte sollen das Leben erleichtern, aber alles schreit nach noch mehr Aufmerksamkeit – alles muss immer noch schneller gehen (Waschmaschinen – dafür viel, viel mehr Wäsche zu waschen….), Auto – Computer – mehr Wege offen, mehr Zeit investieren ins reparieren, warten, ….
  • Soll-Grenze
  • Spruch: „Optionen erzeugen Stress!!!“ + „zu viel Auswahl macht unglücklich!“
  • Spruch: „Protect me from what I want“
  • Kapitalismus: wir sind heute Unternehmer unseres eigenen Ichs
  • Heute findet Überwachung ohne Geheimdienste statt (Selbstbewertung, Bewertung in den sozialen Medien)
  • Neoliberalismus: erzeugt reine Konsumenten
  • Neues Zeitalter: leitet das Zeitalter der Erschöpfung ein
  • Gesundheitstracker: zählt die Schritte
  • Selbstausbeutung
  • Transparenz
  • Panoptikum
  • Sinnfrage: 18. Jhdt Aufklärung

Zäsur im Busprojekt

Hi Liebe Freunde der Bus-Idee,
 
vielleicht ist es Euch schon zu Ohren gekommen. Habe mich entschlossen den Bus wieder herzugeben u. das Projekt zumindest mit dem Bus aufzugeben.
Der Bus in der jetzigen Form macht kein Sinn, er müsste innen neu konzipiert werden, aussen schön gemacht (das war von Anfang an klar).
Technisch braucht er sehr viel Aufmerksamkeit, vielmehr als ich es von einem Diesel erwartete :-/.
ein so alter Bus ist eine Diva, kein anspruchsloses Arbeitstier
Einnahmen im Moment 0 .
Ausgaben aber stetig durch 2 Vers. u. KFZ-Steuer plus Wartungsarbeiten.
Risiko größerer Schäden (Ersatzteilproblem) im Hintergrund.
Freunde / Bekannte um mich herum zeitlich sehr am Anschlag.
Kooperation hält sich in Grenzen durch Zeitproblem, „Konkurrenzveranstaltungen“, Prioritätensetzungen.
Mit Kulturreferat länger gesprochen, für diese ist es nur interessant, wenn der Bus konzeptionell komplett da steht, kein Interesse an Aufbauarbeit u. sie kennen auch niemand, der Interesse daran hätte.
 
Die Idee ist ja nicht tot. In der Konstellation muss ich die Bremse ziehen.
 
Webseite und Facebookauftritt bleiben bestehen: es geht um die Themen #Debattenkultur #konstruktive Konfliktlösungen #Bürgerbeteiligung #Öffentlicher Raum #Social Business .
 
Unsere Salons werden wir unabhängig vom Bus weiterführen.
 
Beste Grüße
Alfred Weiß

Salon „Phänomen Jordan Peterson“

Zusammenfassung des letzten sehr diskussionsfreudigen Salons

Zeit: 26.6.18, 18 – 22 Uhr
Ort: Busplatz (im Freien), Kreativquartier
Teilnehmer: 12
Themenfelder: #PoliticalCorrectness #FreeSpeech #Diskussionskultur
#Selbstverantwortung #GelingendesLeben #Zivilisation
#Postmodernismus

viele Themen, Postmodernismus war dabei sehr im Mittelpunkt

Nach unseren 3 technischen Salons wollten wir mal wieder ein
anderes Thema hernehmen. Jordan Peterson steht insbesondere
im angelsächsischen Raum für eine sehr virulente Diskussion rund um
die Themen #Gender #Freespeech #Campuskultur #FreieForschung.
Kerstin u. ich sind von ihm in mehrfacher Hinsicht sehr angetan, denn er
ist nicht nur bei diesen Themen wichtiger, sehr mutiger Impulsgeber, die ja
Kernthemen der Debatten- u. Salonkultur betreffen.
Sondern er ist mit seinem Themen #GelingendesLeben #Mythologien #Zivilisation
auch noch von weiteren Seiten interessant.

Der Abend gestaltete sich so, dass Kerstin u. ich Hintergrundinfos lieferten,
warum er in verschiedensten Medien so präsent ist u. wir dann über seine Positionen diskutierten bzw. über ihn als öffentliche Person (insofern sich manche Salonteilnehmer vorher informierten).
Gleich vorweg, es wurde viel diskutiert, wir waren deutlich unterschiedlicher Meinung in den
verschiedenen Aspekten. Deshalb war es sehr lebendig u. das Abschweifpotenzial war auch gegeben,
was beides ein Training für einen gelingenden Salon darstellte. 😊

Das Thema Postmodernismus nahm einen sehr zentrale Rolle an unserem Abend ein.
Dieser Relativierung aller Werte durch die moderne Brille des ökonomischen u. politischen
Machtgefälle steht Peterson extrem kritisch gegenüber. Da das Prinzip der Eigenverantwortung
abgelöst wird durch einen permanenten Kampf gegen (vermeintliche) Unterdrückungsmechanismen,
nährt diese Haltung Feindseligkeit, Kollektivismus u. Opportunismus, an dessen Ende der Verlust der persönlichen (Meinungs)Freiheit
steht.
Hier klingten sich mehrere Salonteilnehmer ein, die sehr wohl politische, soziale u. ökonomische Ungerechtigkeiten sehen,
was zur vieldiskutierten Frage führte, was denn eine gerechte, linke Haltung u. Politik denn heute überhaupt bedeutete ?
Wir machten gegensätzliche u. parallele Haltungen in der Gesellschaft aus, die sehr destruktiv sind: einerseits eine selbstgerechte Moralhaltung oder egoistische Weltsicht, die eine andere Meinung kategorisch ausschließen. Andererseits eine Leistungs- u. Geldorientierung inkl.Hedonismus u. Ignoranz, die zur Diskussion gesellschaftlicher Themen keine Notwendigkeit sehen.

Weitere „Momentaufnahmen“ des Abends:

Biologische Wende (analog zur kognitiven Wende) in der Psychologie
Heterodoxie als Antwort zur Einheitsmeinung an den Unis (siehe Jonathan Haidt)
Haben wir heute relevante Philosophen ? (Sloterdijk, Precht, Drewermann)
„Die Realität ist den linken Begriffen weggelaufen“
Ulrich Greiner : Heimatlos – Bekenntnisse eines Konservativen
Pascal Bruckner : Der Schuldkomplex (der westlichen Welt ), Alain Finkielkraut
wir sollen nicht Begrifflichkeiten von AFD&Co übernehmen
Die heutige Sprachsensibiliät ist sehr wohl ein Fortschritt
Was macht ein Medium heute glaubwürdig? (ideologisierter Diskurs, Alternative Fakten, Filterblase)
Harald Schmidt als Kabarett-Ikone des Postmodernismus
„Konsensfaschismus“ des Westens
1945 u. 1990 als epochale Ereignisse, die noch immer unser Denken prägen
Wirklichkeit insb. soziale Konstrukte sind kompliziert, aber nicht beliebig

Salon am 15.06.2018 – Digitale Prokrastination

Wir hatten einen schönen Abend mit 15 Teilnehmern. Das Wetter lies es wieder zu, dass wir gemütlich bis in die Dämmerung hinein draußen sitzen konnten. Nachfolgend findet Ihr die Zusammenfassung der besprochenen Inhalte.  Wir hatten das Thema „Digitale Prokrastination“ (also das Aufschieben von wichtigendigitalen Themen, die man eigentlich angehen sollte).
Vielen Dank an Kathrin u. Janina für die gute Zusammenfassung !

Wir stimmten ab, welche Themen wir intensiver behandeln sollen

Statements / Themen:

  • Cloud ist hilfreich, um mit mehreren Menschen an gemeinsamem Projekt zu arbeiten
  • wir hinterlassen ständig viele Datenspuren im Netz → es ist möglich, „Gesinnungsprofile“ über den Nutzer zu erstellen; Horrorszenario: Nutzung dieser Profile durch ein faschistisches System oder Diktatur
  • es gibt viele alternative Suchmaschinen und am Ende „googelt“ man trotzdem wieder
  • „wenn du dabei sein willst“, musst du dich nach den Algorithmen richten
  • Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) seit 25.5.18 in Kraft → große Belastung für Einzelunternehmer, Selbständige und kleine Betriebe
  • nach DSGVO kommt nun das Leistungsschutzgesetz
  • Technologien bergen viele Chancen und sind grundsätzlich neutral;
    es kommt darauf an, wie man sie nutzt bzw. welche Interessen dahinter stehen (z.B. kostenlose Dienste bezahlen wir mit unseren Daten)
  • WhatsApp ist wie trojanisches Pferd
  • Katrin bekommt gerade Druck von der Schule ihrer Kinder, da sie einen WLAN-Nutzungsvereinbarung nicht unterschreiben möchte, der im Zuge der neuen DSGVO erstellt werden musste. Kurz zusammengefasst: die Schule soll für alle Vorkommnisse ent-, die Eltern dafür für alles belastet werden (inklusive Rechtsanwalt, …). Hier ein Auszug:
    • Die Authentifizierung im WLAN erfolgt durch Passphrase ohne Kennwort
    • Die kabellose Datenübertragung erfolgt unverschlüsselt
    • Der Nutzer sorgt für einen stets aktuellen Virenschutz auf seinem Gerät
    • Bei rechtswidriger Verwendung des WLAN durch den Nutzer oder aufgrund seiner Billigung ist die Schule von sämtlichen Ansprüchen Dritter freizustellen, insbesondere datenschutzrechtliche, urheberrechtliche oder sonstigen rechtlichen Streitigkeiten. Verletzt der Nutzer die Vereinbarung erheblich und nachhaltig ist die Schule berechtigt, den Ersatz für entstandene Kosten, insbesondere auch Rechtsanwaltskosten vom Nutzer bzw. den Erziehungsberechtigten einzufordern.
    • Ich (Mutter) bestätige, dass ich die Nutzungsvereinbarung mit meinem Kind durchgegangen bin. Über die Pflichten und rechtlichen Konsequenzen, die auf mich als Sorgeberechtigten zukommen können, bin ich informiert. (das Kind soll einen ähnlichen Satz unterschreiben)
      = die Kinder sind 11 Jahre + 15 Jahre alt!
  • Passwörter über Software verwalten oder analog auf Papier?
  • Konkrete Gefahren durch Erpressungen durch Hacker (z.B. Krankenhaus)
  • Internet muss weg von der Monopolisierung und dezentralisiert werden – viele Leute im Silicon Valley fordern dies bereits
  • Amazon als Chance: angehende Autoren finden bessere Konditionen als bei Verlagen; bei begehrten Artikeln drängt Amazon die Händler vom Markt und bietet Produkt selbst an
  • manche Internetseiten werden nicht angezeigt, wenn man nicht der Verwendung von Cookies zustimmt
  • es gibt bereits unterschiedliche Preise im Online-Handel, je nachdem, wer die Seite besucht (z.B. Apple-User erhalten höheren Preis)
  • Macht von Facebook, z.B. Wahlmanipulation; Auftritt von Zuckerberg im Europaparlament
  • China: Schulen messen mit Kameraüberwachung die Aufmerksamkeit der Schüler; Vergabe von Bonuspunkten im Social Credit System, wenn man seine Eltern regelmäßig besucht schon Realität oder noch Fiktion?
    Systematische Belohnung bei Kindern führt dazu, dass sie ohne Gegenleistung nichts mehr machen wollen
    Belohnungen untergraben die intrinsische Motivation
  • Große Chance: Online-Plattformen als gelebte Demokratie
  • Human Connection als Alternative zu Facebook kämpft ums Überleben; es wurden bereits große Geldmengen investiert

konkrete Tipps, Hinweise, Infos, Alternativen:

Impulsreferat von Kerstin:

Ist der Missbrauch unserer Daten eine über- oder unterschätzte Gefahr?

Wer hat Erfahrungen oder kennt jemanden, der durch Datenmissbrauch geschädigt wurde?

Einwertung in Kategorien: wahrscheinlich / schlimm

Truhe anmalen

Truhe anmalen mit Alfred.
Heute mal Fotos nur mit mit mir. Hab eh noch keine Ahnung wie das in Zukunft wird Fotos anderer Leute zu veröffentlichen, mit der neuen DSGV. Persönliche Einverständniserklärung, beim Notar hinterlegt ? Soziale Medien, Sinn ?
Zurück zur Truhe, sie ist für das „Spendenkarussell“ gedacht, eine umtriebige Münchner Facebookgruppe mit über 2000 Teilnehmern, in der auch Initiativen und Hilfsprojekten mitwirken. Der Verwertungsgrad ist recht hoch u. die Sachen kommen an die richtigen Stellen.
Heute also die Übergabe-Truhe für das Spendenkarussell bissl angemalt. Jetzt fehlt noch Schild mit Grafik , kommt noch.Außerdem Besuch von netten Leuten, Kaffeetrinken, letzter Tag Wannda-Festival.

Und wer war denn da letztens am Bus T. und C. ?

2.Technik-Salon

Die gestrige Technikrunde fand wieder im lauen Frühsommerambiente im Bus-Innenhof statt, diesmal jedoch umrahmt von der tollwoodesquen Festivalausstrahlung der Wannda-Nachbarschaft.
Die Teilnehmeranzahl lag wieder bei gut einem Dutzend Philosophiejünger, diesmal allerdings mit mehr spontanen Besuchern (parallele ZonaLibre Feier).
Im Vorfeld habe ich versucht durch gezielte Einladung auf englisch die Münchner „Techie“ Szene einzubeziehen, die gestern jedoch nicht auftauchte. Durch Zufall setzte sich später jedoch der Informatikstudent Felix hinzu, der durch seine Erläuterungen zum Maschine Learning wertvolle Technikeinblicke bot.
Unser Salon , dargestellt nach den Richtlinien der neuen Dateschutzgrundverordnung
Wie beim letzten Mal konnten wir in der Runde eine leicht technikkritische Grundhaltung feststellen: Verlust des menschlichen Maßes, Verarmung zwischenmenschlicher Kommunikation, Überforderung. Was aber durch die „Optimismusbeauftragte“ Kerstin u.das Dankbarkeitsmantra von Alfred ein Gegengewicht bekam.
Die Bewunderung der Natur mit seiner ständigen Innovationskraft erwähnte Erwin : „Technik ist alt“. Darauf augenblinzelte Alfred mit „Bitte hier keinen Carbon-Chauvinismus!“, ein Begriff vom KI-Forscher Max Tegmark, der damit die falschen Vorstellung von Leben u.Intelligenz meint, was beides nicht auf bisher bekannte Lebensformen zu beschränken sei.
Kamen wir zum Thema „Augmented (=Mixed) Reality: durch Brillen wird die Wahrnehmung des Benutzers erweitert. Auch wenn sich Google-Glas gesellschaftlich nicht durchsetzte („glashole“, die Brille wurde sogar in Bars verboten) so ist der Nutzermehrwert in der Arbeitswelt (Logistik, Medizin, Architektur…) u.in der Bildung so offensichtlich, dass sie wiederkam bzw kommen wird.
Was ist nun mit konkreten, „positiven“ Technikanwendungen insgesamt, eine Frage, die gerade der Salon beantworten will.
Kathi u.Janina gingen als Förderer auf Human Connection als Facebook Alternative ein. Es ist immer noch nicht massentauglich, aber sie bleiben dran.
Anderes Thema: gesellschaftliche Zukunfts-Szenarien mit KI. Ob dezentrale Diener-KI oder heimliche Herrscher-KI: das Thema wurde nur angerissen u.doch wurde die Bedeutungswucht („letzte Erfindung der Menschheit“) klar. Die Grundsteine werden heute gelegt, deswegen der Aufruf zur interdisziplinären u.bürgerschaftlichen Auseinandersetzung (Future of Life Institute).
Technikfokussierte Nerds u. weltverbessernde Techies einerseits u. anwendungsorientierte Otto-Normal-DAUs andererseits, wir waren uns einig dass so ein Begegnungsort notwendig ist.
 Vielleicht kann unser Salon ein solcher Ort sein…..
Alfred