Matrix Salon vom 16. Juli 2019

Die Idee zum Salon kam anlässlich des 20jähriges Jubiläums, des
Science-Fiction Klassiker. Es passiert auch nicht bei jedem Film,
dass ein Jubiläum so ein breites Echo in den Medien findet.
Rote oder blaue Pille ? Auf jeden Fall mit Bier ! Das war Kerstin´s Symbolblister (Senioren-Edition 🙂
1999: der Matrix-Film war der richtige Film zum richtigen Zeitpunkt. Er traf gleich
in mehrfacher Hinsicht den Zeitgeist:  eine technokratische
Prophezeiungen an der Schwelle zum neuen Zeitalter der Vernetzung und Künstlichen
Intelligenz, die Wucht philosophischer Grundfragen in der profanen und gleichzeitig
immer „magischeren“ Moderne, die Richtungsfrage des sich ohnmächtig-fühlenden Einzelnen
in der Massengesellschaft.
Die Vorlage der Matrix Triologie der Wachowski-Geschwister kommt aus der Comic-Welt, galt als „unverfilmbar“ und
setzte auch in filmtechnischer (Bullet-time) und ästhetisch-modischer Sicht Maßstäbe.
Von den 11 Leuten die zu diesem Salon in den Englischen Garten,
(unterhalb des Monopteros) kamen, waren 6 Leute bei Will´s Matrix-
Filmabend am Sa. zuvor.
Interessanter Weise war das Vorwissen als auch die Rezeption innerhalb der Salon-Runde sehr gemischt.
4 Leute waren bekennende Matrix-Fans, bei 3 können den Matrix-Kult nicht nachvollziehen und 4 Leute fanden
die Idee und Geschichte sehr gut, stoßen sich aber an der Action-Betontheit und an der Schnelligkeit der Filmbilder.
Es gab z.B. die Haltung, dass es zwar keinen so bildgewaltigen Actionfilm brauche, um über die Kernfragen nachzudenken,
aber auch die gegenteilige Ansicht, dass gerade dieses Medium es schaffe modern und ansprechend die philosphischen
Fragen nach Realität und Fiktion, Freiheit und Kontrolle, Technik und Menschsein zu stellen.
Matrix ist ein Film der auf verschiedenen Ebenen funktioniert: als Cyberpunk-Heldenepos oder als psychologische Studie über
Freiheit, Hedonismus, Verrat, Verantwortung. Als politisches Statement über die Kontrollmacht eines technokratischen Totalismus und
die ökologische Unverantwortlichkeit des Menschen.
Der philosophische rote Faden  „was ist die Welt?“ , „was ist Realität?“, „was ist der Sinn?“ korrespondierend mit einer sehr
konkreten Zeichnung einer übertechnisierten Welt, die dem Menschen schon längst entglitten ist.
Es ist die Detailversessenheit der Filmemacher (z.B. wurden die Hauptdarsteller monatelang von Kungfu-Guru Woo-Ping sehr hart trainiert),
die die abstrakten Themen glaubwürdig in die Geschichte einbetten. Und vielleicht lernen Menschen mehr durch emotionale Unterhaltung
als durch dröge Theorievorlesung.
Eine Überraschung des Salons waren die verschiedensten Deutungen.
Einige Gäste sahen in der Versklavung des Menschen eindeutige Parallelen zur Versklavung der Tiere (Massentierhaltung).
Die Versklavungsmetapher deutete ein Gast (unter Zustimmung anderer Gäste) als klare Kritik am Geldsystem mit sehr klaren Parallelen
zu den Grauen Herren in Michael Ende´s „Momo“.
Die Konditionierung der Matrix erinnerte einen Gast an die selbst erlebte Konditionierung durch die Katholische Kirche.
Alle gemeinsam waren wir beeindruckt wie detailliert und in sich schlüssig im Matrix-Film (vor 20 Jahren !) das Szenario dargestellt wurde, dass die Menschen
von einem anonymen-technokratischen System gesteuert bzw. versklavt werden und dies obendrein noch gar nicht bemerken.

Offenes Sozial Enterpreneur Treffen

Heute großes Sozial Enterpreneur Treffen mit 2 Referatsleitern der Stadt und 1 Vertreterin d. EU Kommission. Im Strascheg Center for Entrepreneurship GmbH
Social Entrepreneurship Akademie

Mit Dank an die Organisatoren von Social Entrepreneurship Netzwerk Deutschland

Catering: @viva clara, Bean United, fairafric

War am runden Tisch mit dem Vertreter d.Sozialreferats, er war sehr offen für die Anliegen von Sozialunternehmern (SU). Immer wieder ging es darum dass die Verwaltung und öffentl.Vertreter die Rolle des SU verstehen, weder sind sie verträumte Amateure noch Kapitalisten im Sozialgewand, sondern Unternehmer, die gesellschaftliche Probleme lösen.
Herr Winter v.Sozialreferat erkennt eine „Ökonomisierung des Sozialsektors“, aber auch eine „Sozialisierung der Ökonomie“ und sieht die SU als wichtige Partner.
Erstaunlicherweise ist das Sozialreferat auch im engen Kontakt mit großen Unternehmen der Stadt, die die Expertise des Soz.ref.nutzen wollen für ihr Sozialengagement.

Meine eingebrachte Meinung: die öffentl.Hand verfügt über soviel Ressourcen (Räume, Kompetenzen, Komm.kanäle….), die jenseits von Zuschüssen&Co das Leben von SU, NGOs und sonstigen engagierten Menschen erleichtern könnte. Ein riesiger Hebel oder eben leider oft ein großer Bremsklotz (Stichwort „Zuständigkeiten“). 🧐

Aber es wird schon, die Verbindung ist hergestellt u.auch die SU verfügen z.B.mit Send e.V. über Lobby, die auch in die lokalen Strukturen wirken muss und wird.💪👍🙂

Ausgelagerter Salon am 25.Juni „Geschlechterrolle in Islam.Gesellschaften“

Nachdem Frau Böhmer-Bauer https://www.boehmer-bauer.de/home.html letztes Jahr in der Begegnungsstätte „Siloah“
Gesellschaften der Flüchtlingsländer sprach, war dies auch wieder ein Thema mit zunehmender
Relevanz.
Der Dienstag war ja einer dieser super-heißen Tage der letzten Tage und vielleicht deswegen nicht
so gut besucht. Die Leiterin Eva Heilmann war deswegen recht angetan von unseren 5 „externen“ Salonbesuchern.
Es war ein sehr vielseitiger Überblick über die Gesellschaften in den verschiedenen Ländern. Ein zentrales Phänomen waren
die verschiedenen Ehrbegriffe der islam.Gesellschaften. In jedem Fall ist aber die Sittsamkeit der Frauen eine eigene Ehrenkategorie,
für die jede Familie als ganzes die Verantwortung trägt. Verantwortung u. Einfluss verlaufen in all diesen Ländern streng hierarchisch von
männlich-alt zu weiblich-jung, sodass die Ehre der Familie u. Männer direkt von der Sittsamkeit der (jungen, unverheirateten) Frauen abhängt.
Dies wird teilweise so hoch angesetzt dass alles andere untergeordnet wird (z.B.Bildung, Interessen).
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Bildnachweis: FETHI BELAID / AFP, Spiegel Online
Aber gerade in den Städten begehrt die Jugend auf , v.a. in Ländern wie Iran, Türkei, Ägypten und es bilden sich viele Parallelzirkel in denen
heimlich vor der totalitären Überwachung ein liberaler u. moderner Lebensstil (Musik, Kleidung, Liebesleben) ausgelebt wird.
Frau Böhmer-Bauer zeigte sich sehr beeindruckt vom Mut v.a. der jungen Frauen, die in dem Aufbegehren in Ägypten u. Iran eine sehr zentrale
Rolle gespielt haben. In der ultrakonservativen Starre der Politikeliten zeige sich auch deren Angst, da sie genau wissen, dass die Jugend eine
Änderung will u. immer ungeduldiger wird.
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Bildnachweis: wikimedia
Bespiel Saudi-Arabien: es gibt gewisse Liberalisierung (durch den Kronsprinz MbS), aber die Rahmenbedingungen sind immer noch absolutistisch und auch hier schwingt die
Angst mit, dass der Status-Quo sehr labil ist, bedroht durch Modernisierungs- aber auch Fundamentalistische Kräfte. Hier gibt es klar die Strategie
Geld gegen Ruhe, tausende von Prinzen u. deren Familien werden üppig alimentiert. Während die Einheimischen in Saus u. Braus leben u. und ausländische Fachkräfte
sehr viel verdienen, lebt eine Riesenanzahl an ausländischen Arbeitskräften in sklavenähnlichen Bedingungen.
Dass ausgerechnet diese Golfstaaten enge u. langjährige Verbündeten des Westens sind und auch sonst der Westen es nicht besonders genau nimmt mit
den so hochgehaltenen „Westlichen Werten“ wird in der Islamischen Welt aufmerksam registriert u. ist ein Grund für das Erstarken der fundamentalistischen Ideologien.
Die opponierenden Liberalen u. Jungen Menschen sehen aber auch nicht mehr die westl.Welt als Vorbild, sondern sind auf der Suche nach einem eigenen Weg in die Moderne.

Zusammenfassung des Salons vom 28. Mai 2019 „Anfänge der westlichen Philosophie“

Dieser Salon fand wetterbedingt nicht im Englischen Garten statt, sondern bei mir.
Regine hat mich schon früh gewarnt, und 2 Tage vorher war es klar: es wird schlechtes Wetter geben.
Damit haben wir den Abend so verbracht, wie schon die letzten Monate : bei mir zuhause in West-Schwabing.
Diesmal waren wir 9 Leute, wir lasen über die Anfänge der Philosophie; wie erwartet kamen wir nicht weit, weil wir viele Anmerkungen hatten 🙂
Bergwald am Tegernsee
Ein Highlight für mich gibt es immer schon am Anfang, wenn wir uns nicht nur vorstellen, sondern auch berichten, was einen jeden
von uns beschäftigt. Muss es jedes mal wieder berichtigen, am Anfang der Salonreihe machte ich den Fehler, die Gäste aufzufordern
von ihren „Projekten“ zu erzählen. Das führte dazu dass viele eingeschüchert waren und dachten, es interessieren nur  pompöse Projekte 😀. Dabei geht es nur darum zu erfahren, was uns alles so beschäftigt und wo es Schnittpunkte geben könnte.
Diesmalige war es auch wieder eine vielfältige Interessenslage: Jordan Peterson, alternative Energiegewinnung, ein Buch über E-Learning
schreiben, VHS-Kurse zu Digitalen Kursen geben, Bilder malen, Metereologie und Erdhüllenbeschaffentheit, einen 200jahre-alten Bauernhof als Seminarort betreiben https://www.tillishof.de/
, Boden+Samenforschung, Urlaub im brasilianischen Urwald, Zukunftsmuseum in Rio de Janeiro, DokFest München, Nachbarschaftsfest, FEATS-Theaterfestival
in Ottobrunn, Fasten, Flüchtlingshilfe, Social Business Meetup, AI+Cultural Impact, Brauereiführung, Datenschutz in der Kinderpsychotherapie……
Weiß nicht wie es Euch geht, aber diese Vielfalt und der Austausch hebt bei mir immer die Stimmung 🤗.
Zum Thema, anfänglich besprachen wir unser persönliches Verhältnis zur Philosophie.
Es stellte sich heraus, dass 3  Leute aus unserer Runde Philosophie studiert haben und immerhin 3 Leute haben „Sophies Welt“ gelesen.
Diese 2 Kreise haben keine Überschneidung :-).
Weitere persönliche Bezüge:
  • „Das Wesen des Christentum“ von Ludwig Feuerbach als Befreiung von Religion,
  • „Mathematik als bleibende Wissenschaft“,
  • intensive Beschäftigung mit Marxismus da allg.Utopie-Versprechen der 60+70er Jahre,
  • „wer nicht denkt , muss leiden“,
 
Kinder- und Jugendfragen der Teilnehmer:
  • Wie kommt es, dass ich bin ?
  • Wie bin ich entstanden ?
  • Was ist Unendlichkeit ? (machte ihm als Kind Angst, sagte ein Teilnehmer)
  • Was kommt nach dem Tod ? (machte einem anderen Gast als Kind Angst)
  • Warum beschäftigen sich die Erwachsenen mit soviel Unwichtigem ?
  • Stimmt es was die Religion sagt über Gott, Sünde und Leben nach dem Tod ?
  • Kann es sein, dass die Erwachsenen auch keine Ahnung haben ?
Das Buch „Geschichte der Philosophie“  von Christoph Helferich
3 Teilnehmer haben schon vorher in dem Buch gelesen. Hier übrigens eine hilfreiche Rezension : http://www.glanzundelend.de/Artikel/abc/h/christoph-helferich-geschichte-der-philosophie.htm
Ehrlich gesagt…….schafften wir nur 3 oder 4 Seiten zu lesen……immerhin mit Einleitung („lese ich sonst nie….. „).
Was bei mir hängenblieb :
Philosophie ist eine „Einladung“ zum Selberdenken, man soll sich nicht von der Materialfülle oder Kompliziertheit einschüchtern lassen;
die verschiedenen Philosophischen Sichtweisen sind immer im Zusammenhang mit der Zeitgeschichte zu sehen,
von den Ereignissen, techn.Möglichkeiten, Gesellschaftsordnung, Bedürfnissen; Philosophie als Ur-Wissenschaft, die Fragen nach den Zusammenhängen;
 Philosophie als Geburtsstunde des hinterfragenden Geistes; Naturwissenschaften, Technik, Metaphysik waren früher noch sehr verschmolzen;
vor der Philosophie herrschte das Mythologisches Denken: die Welt wurde als eine gesamte Erzählung verstanden, sehr ganzheitlich, sinnhaft, es gab einen
Kosmos von Kräften, die von menschen- und  tierähnlichen Göttern beherrschaft wurde; der Autor betonte, dass dieses mythologisches Denken nicht
mit „irrational“ gleichgesetzt werden darf, weil es damals absolut sinnhaft war so zu denken, es hatte Bezug zur damaligen Ordnung und dem damaligen Alltag.
Für mich persönlich ist die Philosophie so attraktiv, so sexy 😎😀😗😘 💓 weil : sie niemals altert, weil sie die Wissenschaften zusammenführt und eine Synthese schaffen will,
weil sie soviele Blickwinkel hat wie es Wissenschaften, Sinne und Gedanken gibt, weil sie davon lebt zu hinterfragen, weil wir Menschen uns mit „42“ nicht zufrieden geben, weil Philosophie immer weiter will, sie uns Freiheit gibt, die  über gegenwärtige Begrenzungen und Unterdrückung hinausführt.

Zusammenfassung des „Fail-Salons“ am 27. April 2019

8 Teilnehmer, Salon bei mir in West-Schwabing
 
Es ging zunächst um die Geschichte der Fuck-Up Nights (FUN):
Ursprung in Mexiko 2012, Selbstdefinition als „Global Movement“ auf der Seite
www.fuckupnights.com , dort mit folgenden aktuellen Zahlen
80 Länder, 304 Städte, 1.578 Vorträge, 190.000 Teilnehmer.
Das sind nur die Zahlen über die offizielle Seite, natürlich
gibt es noch viele nicht-registrierte Veranstaltungen. Diese Kernorganisation
gründete 2014 das FAILURE INSTITUTE.
Alfred besuchte schon vor ein paar Jahren 2 Veranstaltungen, es ging damals um Scheitern von Jungen Unternehmern, war sehr gut besucht und strahlte eine eigene Kraft aus.
Er recherchierte die aktuelle Situation in München:
heute gibt es die Agile Failure Night (1.Event 29.11.18), die HR Failure night („keinen Bock mehr auf best cases“, letztes Event Jan.2019),
Epic Fail Night Munich („Schöner Scheitern“, letztes Event Sept.2018, Epic Fail Night Filmfest München („Fail meets the Art“, letztes Event Juni 2017) und nicht
zuletzt das offizielle Chapter https://fuckupnights.com/munich (#4 am 26.Juni 2019 in der IHK München ! 🙂
Wie immer hat der Salon seine eigene Dynamik und so wussten wir nicht, wie die Runde mit dem Thema umgeht.
Tatsächlich war das persönliche Scheitern im Sinne von persönlicher Reflektion nicht der Mittelpunkt, was eine Teilnehmerin
mit einem gewissen Bedauern quittierte. Im Mittelpunkt unseres Salons stand das Scheitern als psychologisches und gesellschaftliches Phänomen.
Scheitern ist relativ: das war der zentrale Punkt unseres Salons: die Auffächerung wie relativ Erfolg bzw. Scheitern ist
– zur gesellschaftl. Konvention: was der Zeitgeist gerade als erfolgreich u. erstrebenswert definiert; gesellschaftlicher Status zu jeder Zeit
– zur jeweilig eigenen Vorstellung (was die Familie und das Umfeld einen vorgegeben (manchmal leider „eingetrichtert“) hat -> gelungene Reifung: mit Selbstbewusstsein UND den eigenen Stärken UND Schwächen die eigenen Lebensziele verfolgen; nicht gelungen: mit Defizit-Gefühl eine fixe Idee verfolgen;
– die Vorstellung eines individuellen Lebensweges ist recht jung (vielleicht 50-200 Jahre), früher (und in vielen kollektiv geprägten Kulturen heute noch) hat das Individuum die Erwartung und Aufgaben des Clans zu erfüllen; heute noch : Stichwort „Ehre“
– unsere Vorstellungen der Welt und von richtig/falsch sind so stark kulturell geprägt, was wir aber immer wieder vergessen, Europa/Westen ist so klein! (Jürgen)
– zur zeitweiligen eigenen Vorstellung (Momentaufnahme) : hier kamen aus der Runde viele Beispiele was wir früher für Ziele hatten, wie wir (gottseidank) gescheitert sind dass wir dadurch andere=bessere Wege einschlugen oder daran gereift sind; Zitat „Wen die Götter bestrafen wollen, den erfüllen sie ihre Wünsche“ (d.h.man wächst mit den eigenen Aufgaben und mit den Rückschlägen u. frühe Erfolge nähren die Selbstüberschätzung und Ansprüche an das Leben) (Kerstin) ; buddh.Geschichte vom zeitweiligen Scheitern/Unglück, die sich später als Glücksfall/Erfolg erwies (Will); „wer weiß für was es gut ist“
Weitere Aspekte
– „Manchmal sind die Ziele nicht klug“ (im Sinne von eigener Überforderung) (Kerstin)
– wie konstruktiv z.B. behinderte Menschen mit ihrer Situation umgehen (Will)
– Scheitern als zentrales Motiv in der Kunst: Literatur, Film etc.; uns interessiert das Scheitern anderer Menschen, wir sind fast besessen davon : Gerüchte, Sensationsjournalismus
– das führt zur Frage : was ist ein Held ? Antwort: widrige Startschwierigkeiten; bereit sich dem Leben zu stellen; Entscheidungsfreiheit weise/mutig nutzen; Reifung der Angst/des Egos zur „größeren Persönlichkeit“, Einsatz für etwas Größeres ; ein Held ist jemand der das Scheitern transformiert
Verantwortung als neue Ebene : wir können persönlich scheitern (z.B.bei einer fixen Idee), aber es geht immer weiter: Kinder, Familie, Freunde, Arbeitnehmer, Geschäftspartner…..
d.h.wir dürfen im Scheitern nicht steckenbleiben (es kann eh ein Ego-Projekt sein), sondern müssen wieder zur Gegenwart und Zukunft zurückkehren; wichtig z.B. bei Sucht
– Scheitern als Normalfall  Amerikanische Unternehmenskultur : jeder gestandene Unternehmer ist schonmal gescheitert und steht dazu
– Erfolg als öffentliche Wahrnehmungsverzehrung (Survival Bias) : wir kennen die Google-Apple-Facebook-Geschichten zur Genüge, aber wer redet von den viel zahlreicheren Mitbewerber, die nicht überlebten ?
– Scheitern als Normalfall 2: 90 % der Startups gehen pleite, das wissen alle Risiko-Investoren
– Jordan Peterson : eine gesunde Gesellschaft  ist eine Gesellschaft, in der die Fähigen und Fleißigen weiterkommen; er hält den Westen deswegen für insgesamt gesund (Kerstin)
– Scheitern als Normalfall 3: hinter jedem Erfolg stehen fast immer 1000 Rückschläge (siehe Biografien von Künstler, Erfinder, Naturwissenschaftler, Unternehmer)
– Wir müssen unseren Kindern den Umgang mit Rückschlägen lehren / vorleben, trotzdem Weitermachen, Modewort Resilienz
 
Hier enspann sich eine lebhafte Diskussion : ungerechte Startschwierigkeiten diskutieren u. abschwächen (Stichwort: Armut, Bildung, prekäre Familienverhältnisse); Ungerechtigkeit wird es immer geben ! Ja, aber der Kampf dagegen muss auch immer sein ! Den Kindern ist aber nicht gedient, wenn man sie erzieht in dem Verständnis, dass man die Verantwortung immer nach außen abschiebt (schlechte Note -> der Lehrer ist schuld !)
 
– Selbstmord als ultimatives Scheitern ?
– Wir sitzen alle im gleichen, schicksalhaften Boot des Lebens -> Solidarität
„Das letzte Wort haben die Biochemiker“ (genialer Ausspruch, halb-ernst gemeint) : Zufriedenheit/Glück bzw. Depression/Gescheitert-Sein findet nicht außen statt, sondern im Kopf;
Buddhismus, Meditation, Prozac
– Persönliche Bilanzfragen eines Salonteilnehmers: war ich glücklich, habe ich anderen geschadet ?
– Erfolgreiche Menschen, sind Menschen, die mit Rückschlägen besser (d.h.konstruktiver) umgehen können (->Modewort „Resilienz“)

– Scheitern als Bestandteil eines Dialogs mit dem Leben !

Tod in der Machbarkeitsgesellschaft

Zusammenfassung Salon „Tod in unserer Machbarkeitsgesellschaft“
am 27.2.2019, bei mir in West-Schwabing, insg. 13 Teilnehmer
 
Auch wenn der Titel eher philosophisch-distanziert klang, so haben wir uns auf einer
sehr persönlichen Ebene ausgetauscht. Es hat sich im Salon bewährt von der persönlichen
Ebene auszugehen. Eine philosophisch-allgemeine Ebene kann dazu kommen, aber
der persönliche Ausgangspunkt fördert den Zugang zueinander u. verhindert ein allzu leichtes Abgleiten
ins Abstrakt-Beliebige.
Insofern schimmerte der Titel nur sehr leicht durch am Abend mit kleinen Ausflügen in Richtung
Silicon Valley u. ihr Kampf gegen den Tod, Transhumanismus und digitales Weiterleben.
Wir streiften das Thema „Organverpflanzung“ und Phänomene der Verbindung und Entfremdung zwischen
Toten und Überlebenden.
Der Kern des Abends waren aber unsere persönlichen Zugänge zum Thema: Heide-Marie war zum ersten
Mal beim Salon und war mutig genug von der Nachtod-Kommunikation mit ihrer sehr nahestehenden, sich selbst getöteten
Nichte zu berichten. Sie hatte dies vorgelesen. Der Text handelten von den seelischen Dilemmata, ihr Verhältnis zu
den Lebenden und Toten u. ihrer Entwicklung. Ich persönlich fand es nachvollziehbar u. zugänglich, obwohl ich selbst
keine ähnlichen Erfahrungen machte. In der Runde berührte diese Selbsterfahrung, wobei auch von einem Salongast
betont wurde, dass sie dies nicht nachvollziehen konnte. Obwohl viele kritische Operationen überlebend, dominiert bei ihr
immer noch ihre familäre Sichtweise des baren Materialismus.
Das ist das was ich mitgenommen habe, der Tod hat für jeden von uns so unterschiedliche Bedeutung, mehrere auch für uns
selbst und widersprüchlich. Der Tod ist also wie das Leben selbst ein Phänomen u. kann nicht mit einem Motto, mit einem positiven
oder negativen Fazit abgeschlossen werden. Es wurde berichtet von Verwandten, die friedlich einschliefen obwohl sie nicht
religiös waren, aber auch von schrecklichen Sterbeprozessen. Überhaupt wurde unterschieden zwischen Sterben und Tod. Sterben macht Angst,
der Tod nicht so sehr. Keine Angst vor dem Tod, der Standard-Satz des modernen Menschen, aber ist das auch ehrlich ? Warum ist es
üblich seine Angst vor dem Tod zu leugnen ? Sind wir wirklich so abgeklärt ? Wir fanden heraus, dass der Tod ein Motor ist für uns, wir
wollen etwas hinterlassen, wir wollen die Welt verbessern, unseren Nachkommen einen besseren Planeten hinterlassen. Aber warum machen wir angesichts
der eigenen Begrenztheit soviel destruktiv, banales, egostisches ? Zumindest liegt dann keine gesunde Mischung vor. Wir brauchen diese Mischung aus „Memento Mori“
und gesunder Verdrängung. Vielen Salon-Gästen lag dieser Spruch auf der Lippe über das Paradoxon des gesunden Lebens, ich hoffe der Spruch von Gandhi geht in die
gemeinte Richtung (google sei dank :-): Lebe, als würdest du morgen sterben. Lerne, als ob du ewig leben solltest. – Mahatma Gandhi
Apropos Paradoxon, Andreas erwähnte den Roman von Simon de Beauvoir „Alle Menschen sind sterblich“ in der die Unsterblichkeit der Hauptfigur zu einem großen Lebensüberdruß führte, weil sich alles wiederholt, weil paradoxerweise erst die Begrenztheit des Lebens zur Wertschätzung führt, so die Aussage des Buches.
 
Die Durchlässigkeit zwischen Leben und Tod im Gegensatz zur verankerten Vorstellung von Entweder-Oder wurde sehr eindrucksvoll von Andrea beschrieben, über ihren Abschied zu ihrer dementen Mutter. Der Tod fängt einerseits früher an, aber die geistige Verbindung hält andererseits auch über den Tod an. Kann anhalten. Je nach Veranlagung, je nach Einstellung.
Vielleicht haben wir auch alle unterschiedliche Aufgaben im Leben und damit auch im Zus.hang mit dem Tod.
 
Ein überraschend großen Anteil am Salon-Abend nahm das Thema Verabschiedungs-Beerdigungs-Rituale ein. Es wurde von gelungenen und auch misslungenen Beerdigungen berichtet. 
Fazit war: wir brauchen persönliche u. authentische Rituale ! Die Zeiten, in denen ein neutrales Ritual und ein unbekannter Priester Trost spendet, sind vorbei. Wir sehnen uns nach Beziehung, nach einer persönlichen Note, nach einem Austausch.

Unser Geldsalon vom 8.12.18

Rückschau des Salons
Thema „Geld“, 14 Teilnehmer, 19.00 bis 23.30 Uhr, bei mir in West-Schwabing.
Der Salon fand wieder bei mir statt u. ich erwartete sogar noch ein paar mehr
Teilnehmer, aber krankheitsbedingt haben mehrere kurzfristig abgesagt.
Jaro hielt an dem Abend einen Impulsvortrag rund um das Geldsystem, den
Ihr hier einsehen könnt : https://jarogruber.blogspot.com/
Der Vortrag kam gut an u. veranlasste uns zu vielfältigen Nachfragen und
Anmerkungen. Leider schweiften wir zu oft u. umfangreich ab in Richtung Geopolitik und grundsätzlichen politischen Themen.

Wie schon desöfteren im Salon, so traten auch hier wieder 2 Pole (mit mehreren Anhängern) auf, die wir mal beidseitig-ironisch alsVerschwörungstheoretiker und Mainstreamgläubige bezeichnen wollen.“Parasitäres Geldsystem“ und  „imperiale Geopolitik“ auf der einen Seite u. „Erfolgsmodell“,“individuelle Verantwortung / Dankbarkeit“ auf der anderen Seite. Interessanter Weise zeigt sich diese Widersprüchlichkeit teilweise auch in den Teilnehmer selbst. So kann z.B. ich in beiden Seiten Wahrheitsgehalte feststellen.

Regine erzählte von Ihren Erfahrungen mit Anlage in Cryptowährungen, die in der Runde eher kritisch gesehen wurden. Angesichts der erwähnten Reichstumskonzentration, Verschuldungsquoten, Sozialabbau, drohenderBargeldabschaffung wurde das Thema „Geld“ im Salon eher pessimistisch gesehen. Früher selbst äußerst pessimistisch in Bezug auf das Finanzsystem, so wollte ich gerade in Hinblick auf die Innovation „Cryptowährungen“ Optimismus verbreiten. Was mir nicht gelang :-). Die meisten sahen dahinter noch mehr Kontrolle, Betrugspotenzial u. Energieverschwendung.

Unsere Geld-Hypnose
Für mich war interessant, wie eng die Vorstellung von Geld in der Runde war. Geld wird immer noch ausschließlich als „Tauschmittel“, „Bewertungsmaßstab“ u. „Speichermedium“ gesehen, um die klassische
3er-Funktion zu zitieren. Der Debitismus würde noch die politische Dimension des Autoritätaktes „Geld durch einseitigen staatlichen Zwang“ sehen, was aber den Fatalismus noch stärkt.
Mein Optimismus wiederum speist sich aus den heutigen technischen Möglichkeiten, die die Geldfrage extrem öffnen.
Und zwar hinsichtlich der Geldvehikel (vielgestaltigste digitale Einheiten), der Souveränität (dezentrale, selbstbestimmte Geldsysteme möglich)
und der Resourceneinbindung (alle möglichen Ressourcen können erschlossen werden: Zeit, Bewertungen, Kundenbindung, Information, Zuverlässigkeit,Aufmerksamkeit…..).
Das Chinesische Sozial-Punkte-System, das jetzt umgesetzt wird, 2020 flächendeckend, wird jede Regung jedes Bürgers registrieren u. bewerten.
Dies ein Realität werdender Albtraum, der einen die Begeisterung für digitale Austauschsysteme (neben Cryptowährungen auch SmartContracts u. DAOs=
digital-automatisierte Unternehmen, quasi eine Bündelung von SmartContracts, ohne Mitarbeiter) nehmen kann.
Trotzdem werden digitale Innovationen uns die Möglichkeit eröffnen in einer (Geld)Realität anzukommen, in der wir mehr Möglichkeiten, mehr Wohlstand,
mehr Lebensqualität, mehr Mitbestimmung haben werden. In der die digitale Gerechtigkeitslücke (Kunst, Journalismus, Wissen werden trotz Mehrwert für die Nutzer verramscht) geschlossen wird, Anreize für Win-Win-Lösungen geschaffen werden, Rückmeldungssysteme die Rücksichtslosigkeit unseres heutigen Finanzsystems eindämmen u. jeder noch so abgehängtes Prekariatsmitglied oder Drittweltlandbauer an Ressourcensysteme angeschlossen sein wird.
Wir werden nicht mehr 1 Geldsystem haben, mit den „Währungshütern“ in Gestalt von allmächtigen Zentralbankern, die in verschwurbelten Pressemeldungen über das Wohl u. Wehe unserers Finanzsystems entscheiden, 1 Geldsystem, in dem wir alle Gefangene sind als Politiker, Bürger, Steuerzahler, Sparer.
Wir werden eingebunden sein an so vielen Teil- u. Subsystemen, wie wir mögen u. aktiv sein können. Wir können sie verändern, anpassen u. zusammen mitanderen neue gründen.
Ein Grundeinkommen, über das wir leider im Salon gar nicht gesprochen haben, wird im neuen Zeitalter der Ressourcenerschließung, Kommunikation und Anpassung
kein großes Ding sein. Wir werden viele verschiedene Kanäle haben, abgesehen von der „Materiewirtschaft“ wie Essen u. Wohnen wird Wirtschaft ohnehin immer mehr Information u. Kommunikation sein. Interessant dabei, dass ohnehin diese „Materiewirtschaft“ innerhalb des Finanzsystems immer unbedeutender wird und das Wachstum sich im Digitalen abspielt.
Die von mir geplanten Salon-Spielgeldsysteme für den Abend habe ich unvollständig vorbereitet u. es war auch nicht
unbedingt die Stimmung in der Runde diese zusammen zu entwickeln. Also blieben die verschiedenen Spielgeldstapeln unangetastet.
Vielleicht passiert es ein andermal, ich hätte große Lust darauf, dass wir praktisch „Geldsystem“ spielen. 🤗
Eine gewisse Baustelle bei diesem u. weiteren Salons in der Zukunft sehe ich in der Ausbalancierung verschiedener Energien.
Die Energien der Selbstdarstellung, des Rechthaben-Wollens, der Rhetorik müssen eingehegt werden zugunsten Einbindung der leisen Stimmen
und ruhiger Reflexion. Bin da als Moderator nicht die Idealbesetzung, bei der Kompromissfindung zwischen Struktur und Freiheit finde ich mich selbst zu passiv.
Das werden wir hoffentlich weiterentwickeln.
Hoffe die Zusammenfassung findet Ihr inspirierend
Alfred

So war der Ehrlichkeitssalon

Liebe Salon-Freunde,

unser neuer Salon steht an, Ihr seid herzlich eingeladen :
am 12.11.2018, 19 Uhr
Thema „Schuld und Verantwortung“
Ort: bei mir , bitte vorher anmelden.

Dieser Salon ist sozusagen die Fortsetzung vom letzten mal („Ehrlichkeit“).
Beim letzten Salon am 17.10.18 waren wir 8 Leute.  Unten findet Ihr eine kleine Zusammenfassung.

Gerne weise ich noch auf folgende Termine hin:

Sa, 3.11. und So, 4.11. Einführungsseminar in die  friedensgenerierende Kommunikation von Bernd Bötel (Bernd war auch beim Salon da; mir gefällt der Name sehr, als Alternative zur gewaltfreien Kommunikation, wer sich für das Seminar interessiert – > bernd.boetel[at] fairnetz.org
5.11. , 18 Uhr Gründungstreffen für die Mü.Vernetzung Sozialer Enterpreneure (weitere Infos gerne bei mir)
6.11. , 19 Uhr Mikroplastik in Bayerischen Gewässern
10. – 13.11.  18. Münchner Wissenschaftstage.de

Herzliche Grüße
Alfred

Zus.fassung vom Ehrlichkeitssalon am 17.10.18

Was ist echt / ehrlich ?
  • Warum man  lügt : 1.Vorteile , 2.Nachteile vermeiden, 3.Verantwortung;  zu 2,) Schamgefühl, Hilflosigkeit (Bernd´s Exitstrategie : Rückbindung zum eigenen Gefühl, GFK), Mangel an Selbstreflexion; Wie kann man ehrlich sein, wenn man sich schämt oder sich hilflos fühlt? zu 3.) Lügen aus Verantwortung : z.B. Kinder, alte Eltern, der Lügner verpackt die „Wahrheit“ damit sie bewältigt werden kann
  • soziale Funktion der Lüge: was ist gewonnen , wenn man ständig „die Wahrheit“ sagt ?
  • Point of no Return -> Verstrickung der Lügen
  • „temporäre Wahrheit“ / subjektives Empfinden vs. objektive Wahrheit; hier ergab sich eine lebhafte Diskussion : „postmoderner Relativismus“ vs. „überkommener Wahrheits- u. Moralbegriff“
  • Wahrheitsveranlagung ist ein weites Spektrum, unmittelbare Ist-Äußerungen (Autisten, kleine Kinder), bis zu charakterlichen/krankhaften Lügnern (Pseudologie, Psychopathen)
  • große Typologie der Lüge (siehe engl. Wikipediaeintrag: https://en.wikipedia.org/wiki/Lie#Types
  • der Mensch als gespaltenes Wesen, positiv formuliert, ein komplexes Wesen mit vielen Rollen u. Anforderungen
  • Ringmodell des Vertrauens (innerer Kreis von Familie/Vertrauten -> Mensch, äußere Kreise ggü. Fremden -> Persona/Rollen; kann auch komplett umgedreht sein in autoritären / dysfunktionalen Familien
  • ges./polit. Dimension: wollen wir belogen werden ? Massenpsychologie, Manipulation, Technische Mögl.keiten (deep fakes); Soltschenizin über Totalitarismus: die Lüge zieht sich durch jedes Individuum
  • Kernfrage „was ist die Konsequenz der Wahrheit bzw. Lüge“ -> Verantwortung; Rückkopplung zur eigener Psyche, Verantwortung ggü. dem gesellschaftlichen „Bewusstseinsfeld“

Unser Fazit :

Man sollte die Wahrheit dem anderen wie einen Mantel hinhalten, daß er hineinschlüpfen kann – nicht wie ein nasses Tuch um den Kopf schlagen. – Max Frisch

Salon mit dem HALLO – Projekt

Erster Salon nach der Sommerpause

Am 13. September ging es  wieder mit einem Salon weiter, aktuelles Thema „Kontakt u. Kultur“ . Wir waren zu Gast im Büro vom Hallo-Projekt, im Social Impact Lab in der Balanstraße. Als ich mich vor 2 Wochen mit Lisi traf (wir haben uns über Project Together kennengelernt) hat sie mir davon erzählt, dass es bei ihrem Projekt darum geht Senioren u. internationale Leute  zusammenzubringen. Wir kamen auf die Idee einen gemeinsamen Salon zu veranstalten.

Insgesamt waren wir 13 Leute. Unsere Teilnehmer kamen aus folgenden Ländern : Deutschland, Türkei, Bangladesh, Indien, Kolumbien, Argentinien. Hier kam also ein großer Erfahrungsschatz aus verschiedenen Ländern zusammen.

Wir tauschten uns aus über Kontaktverhalten, Freundschaften, Familien, Einsamkeit, gesellschaftlicher Zusammenhalt, Vereinzelung, Rolle der neuen Medien („Smartphone“), Mann-Frau-Kontakt.

Unser Salon zu Gast beim Hallo-Projekt
 Impulsreferate

Nach einer Vorstellungsrunde hielten  Paula („Kommunikation als Mittel der Gemeinschaftsbildung“) u. Kerstin („Studien über Isolation/Vereinsamung in westl. Gesellschaften“) 2 Impulsreferate:

Unterscheidung Isolation (objektive Kontaktsituation innerhalb einer demographischen Vergleichsgruppe) u. Einsamkeit (subjektives Gefühlsempfinden). In Studien kam heraus, dass die Vereinzelung u. Vereinsamung deutlich zunahmen. Der unmittelbare Kontakt wird weniger: weniger Gespräche, weniger Gesprächszeit, weniger Treffen, weniger Einladung.; besondere Vereinsamung von Senioren; Gründung eines Einsamkeitsministeriums in Großbritannien; Phänomen des Hikikomori in Japan; weniger verlässliche „Notfallkontakte“; psychologische Gefährdung ab 2 Stunden Soziale Medien pro Tag; verzerrte Wahrnehmung (Selbst-, Fremdbilder u. Kontakt) durch Soziale Medien,

Unserer internationale Erfahrungsaustausch

großer Unterschied des Kontaktverhaltens zwischen Stadt u. Land; Smartphone u. soziale Medien haben in allen Ländern das Kontaktverhalten (zum negativen) verändert; Gesprächskultur im Westen, insb. Deutschland, insb. München ist sehr „effzient“, „sachlich“ u. unsere internationalen Besucher finden es schwer Kontakt zu knüpfen. Sie meinten, man müsse mehr Zeit investieren, um Freundschaften einzugehen, aber auch, dass sie die Freundschaften dann aber auch als tiefer empfinden. Die Vereinsamung von Senioren nehme auch in den nicht-westlichen Ländern rasant zu.

Neben der Atomisierung sprachen wir auch davon, dass die Gesellschaften inhomogener werden, jeder immer mehr in seiner eigenen Welt-Wahrnehmung lebt. Uns Einheimische hat  überrascht, dass diese vermeintlich „westliche“ Entwicklung sich anscheinend rasend schnell auch im Rest der Welt vollzieht. Auch die tiefe Zerrissenheit der Gesellschaft, von manchen auch als Spaltung bezeichnet, vollzieht sich auch in anderen Ländern. Dabei waren die Berichte aus Argentinen (seit 2 Jahren in einer sozialen u. politischen Krise) u. Türkei (die fortschreitende Entdemokratisierung; immer mehr Ehen, Familien u. Freundschaften zerbrechen daran) besonders eindrückliche Beispiele.

Unser Schlußwort

Neben all dem Trennenden, gibt es jedoch mehr Verbindendes u. wir wollen dies kultivieren. Vielleicht ergeben sich aus unserem Salon heraus auch private Kontakte, mal schauen !

Alfred Weiß

 

Landtagskandidaten diskutieren Social Business

Social Business in München

Öffentliche Treffen von Social Enterpreneuren (Macher, die sich vorgenommen haben, gesellschaftliche Notwendigkeiten mit unternehmerischen Mittel zu lösen) finden in München soviel ich weiß seit 2 Jahren statt, ca. alle 2 Monate. Sie werden über die Plattform Meetup u. Facebook angekündigt. Neben dem Interessenverband Send e.V. gibt es noch das bundesweite Unterstützungsprojekt Project2gether, die über Facebook sehr aktiv sind.  In München selbst gibt es noch das Impact Hub, die SEA Akademie u. das Social Impact Lab für Flüchtlinge .

Man kann also nicht sagen, dass es in München nichts gibt, aber leider hat sich noch keine dauerhafte Vernetzung ergeben, so dass ich gerne bereit bin, dabei mitzuwirken. Konkret wäre mein Beitrag z.B. eine Versorgung mit Büromöbel zusammen mit weitergeben.org vom Harald Prokscha vorstellbar.

Social Business vor der Landtagswahl

Am 11.Sept. 18 fand also wieder ein Meetup statt, diesmal in der Mü. Volkshochschule im neuen Gebäude Einstein 28 . Es wurden Landtagskandidaten verschiedener Parteien eingeladen, die über ihre Haltung zum Thema sprachen. Laut Veranstalter wurde die CSU zwar mehrmals eingeladen, aber konnte oder wollte niemand schicken.

 

Was besprochen wurde

Vernetzung der Szene wichtig, Definition u. Selbstbild schärfen, Förderdschungel lichten, nicht-monetäre Ressourcen bereitstellen, Bürokratieauswuchs im Auge behalten, Gemeinwohlökonomie verknüpfen, Politische Ansprechpartner, inklusion in Lehre+Forschung, Politik+Wirtschaft müssen sich als Partner sehen, jeder macht arbeitsteilig das beste b.d. Lösung gesellschaftlicher Probleme; Unternehmenskultur beinhaltet eine Kultur der Fehler+d. Scheiterns; Sozialenterpreneur als Hybrid; Abgrenzung zu alten Strukturen (z.B. Wohnfahrtsverbände), Ergänzung zur Profitmaximierung, moderne Form des ehrlichen+soliden Kaufmanns;

Eigene Hausaufgaben

Meiner Meinung nach liegt mit der Schärfung des Profils "was ist ein Social Enterpreneur, was ein Social Business ?" noch Hausaufgaben der Szene selber vor uns. Denn natürlich ist es jetzt schon schick "sozial" zu sein, "gesellschaftliche Verantwortung" zu übernehmen, "nachhaltig" zu wirtschaften. Wir müssen klarmachen wie man zwischen Marketing u. Substanz unterscheiden kann. Auch die viele Vorarbeit der Gemeinwohlökonomie, die ja Verantwortung messbar machen, sollte meiner Meinung nach bald in das Thema einbezogen werden.

Am Ende der Veranstaltung gab es übrigens noch für alle Getränke u. orientalische Snacks  von Über den Tellerrand kochen, vielen Dank dafür !