Unser Geldsalon vom 8.12.18

Rückschau des Salons
Thema „Geld“, 14 Teilnehmer, 19.00 bis 23.30 Uhr, bei mir in West-Schwabing.
Der Salon fand wieder bei mir statt u. ich erwartete sogar noch ein paar mehr
Teilnehmer, aber krankheitsbedingt haben mehrere kurzfristig abgesagt.
Jaro hielt an dem Abend einen Impulsvortrag rund um das Geldsystem, den
Ihr hier einsehen könnt : https://jarogruber.blogspot.com/
Der Vortrag kam gut an u. veranlasste uns zu vielfältigen Nachfragen und
Anmerkungen. Leider schweiften wir zu oft u. umfangreich ab in Richtung Geopolitik und grundsätzlichen politischen Themen.

Wie schon desöfteren im Salon, so traten auch hier wieder 2 Pole (mit mehreren Anhängern) auf, die wir mal beidseitig-ironisch alsVerschwörungstheoretiker und Mainstreamgläubige bezeichnen wollen.“Parasitäres Geldsystem“ und  „imperiale Geopolitik“ auf der einen Seite u. „Erfolgsmodell“,“individuelle Verantwortung / Dankbarkeit“ auf der anderen Seite. Interessanter Weise zeigt sich diese Widersprüchlichkeit teilweise auch in den Teilnehmer selbst. So kann z.B. ich in beiden Seiten Wahrheitsgehalte feststellen.

Regine erzählte von Ihren Erfahrungen mit Anlage in Cryptowährungen, die in der Runde eher kritisch gesehen wurden. Angesichts der erwähnten Reichstumskonzentration, Verschuldungsquoten, Sozialabbau, drohenderBargeldabschaffung wurde das Thema „Geld“ im Salon eher pessimistisch gesehen. Früher selbst äußerst pessimistisch in Bezug auf das Finanzsystem, so wollte ich gerade in Hinblick auf die Innovation „Cryptowährungen“ Optimismus verbreiten. Was mir nicht gelang :-). Die meisten sahen dahinter noch mehr Kontrolle, Betrugspotenzial u. Energieverschwendung.

Unsere Geld-Hypnose
Für mich war interessant, wie eng die Vorstellung von Geld in der Runde war. Geld wird immer noch ausschließlich als „Tauschmittel“, „Bewertungsmaßstab“ u. „Speichermedium“ gesehen, um die klassische
3er-Funktion zu zitieren. Der Debitismus würde noch die politische Dimension des Autoritätaktes „Geld durch einseitigen staatlichen Zwang“ sehen, was aber den Fatalismus noch stärkt.
Mein Optimismus wiederum speist sich aus den heutigen technischen Möglichkeiten, die die Geldfrage extrem öffnen.
Und zwar hinsichtlich der Geldvehikel (vielgestaltigste digitale Einheiten), der Souveränität (dezentrale, selbstbestimmte Geldsysteme möglich)
und der Resourceneinbindung (alle möglichen Ressourcen können erschlossen werden: Zeit, Bewertungen, Kundenbindung, Information, Zuverlässigkeit,Aufmerksamkeit…..).
Das Chinesische Sozial-Punkte-System, das jetzt umgesetzt wird, 2020 flächendeckend, wird jede Regung jedes Bürgers registrieren u. bewerten.
Dies ein Realität werdender Albtraum, der einen die Begeisterung für digitale Austauschsysteme (neben Cryptowährungen auch SmartContracts u. DAOs=
digital-automatisierte Unternehmen, quasi eine Bündelung von SmartContracts, ohne Mitarbeiter) nehmen kann.
Trotzdem werden digitale Innovationen uns die Möglichkeit eröffnen in einer (Geld)Realität anzukommen, in der wir mehr Möglichkeiten, mehr Wohlstand,
mehr Lebensqualität, mehr Mitbestimmung haben werden. In der die digitale Gerechtigkeitslücke (Kunst, Journalismus, Wissen werden trotz Mehrwert für die Nutzer verramscht) geschlossen wird, Anreize für Win-Win-Lösungen geschaffen werden, Rückmeldungssysteme die Rücksichtslosigkeit unseres heutigen Finanzsystems eindämmen u. jeder noch so abgehängtes Prekariatsmitglied oder Drittweltlandbauer an Ressourcensysteme angeschlossen sein wird.
Wir werden nicht mehr 1 Geldsystem haben, mit den „Währungshütern“ in Gestalt von allmächtigen Zentralbankern, die in verschwurbelten Pressemeldungen über das Wohl u. Wehe unserers Finanzsystems entscheiden, 1 Geldsystem, in dem wir alle Gefangene sind als Politiker, Bürger, Steuerzahler, Sparer.
Wir werden eingebunden sein an so vielen Teil- u. Subsystemen, wie wir mögen u. aktiv sein können. Wir können sie verändern, anpassen u. zusammen mitanderen neue gründen.
Ein Grundeinkommen, über das wir leider im Salon gar nicht gesprochen haben, wird im neuen Zeitalter der Ressourcenerschließung, Kommunikation und Anpassung
kein großes Ding sein. Wir werden viele verschiedene Kanäle haben, abgesehen von der „Materiewirtschaft“ wie Essen u. Wohnen wird Wirtschaft ohnehin immer mehr Information u. Kommunikation sein. Interessant dabei, dass ohnehin diese „Materiewirtschaft“ innerhalb des Finanzsystems immer unbedeutender wird und das Wachstum sich im Digitalen abspielt.
Die von mir geplanten Salon-Spielgeldsysteme für den Abend habe ich unvollständig vorbereitet u. es war auch nicht
unbedingt die Stimmung in der Runde diese zusammen zu entwickeln. Also blieben die verschiedenen Spielgeldstapeln unangetastet.
Vielleicht passiert es ein andermal, ich hätte große Lust darauf, dass wir praktisch „Geldsystem“ spielen. 🤗
Eine gewisse Baustelle bei diesem u. weiteren Salons in der Zukunft sehe ich in der Ausbalancierung verschiedener Energien.
Die Energien der Selbstdarstellung, des Rechthaben-Wollens, der Rhetorik müssen eingehegt werden zugunsten Einbindung der leisen Stimmen
und ruhiger Reflexion. Bin da als Moderator nicht die Idealbesetzung, bei der Kompromissfindung zwischen Struktur und Freiheit finde ich mich selbst zu passiv.
Das werden wir hoffentlich weiterentwickeln.
Hoffe die Zusammenfassung findet Ihr inspirierend
Alfred

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