Salon „Political Correctness“

Nachdem der Community Bus das Kreativquartier verlassen hat u. ja auch insgesamt verkauft wird (das Busprojekt nebenher zu machen, war einfach eine Nummer zu groß für mich) brauchen wir nun neue Orte für unsere Salons. Unsere Idee war für die nä. Zeit „Salonhopping“ zu betreiben, d.h. uns abwechelnd in privaten Wohnzimmern zu treffen.

Das Wohnzimmer wurde es am 31. Juli nicht, denn wir hatten einen besseren Ort : die Terrasse von Regine. Dort trafen wir uns in kleineren Runde von 7 Leuten um über das Thema Political Correctness (PC) zu diskutieren. Dieses Thema war in Verknüpfung zum Salon „Jordan Peterson“, weil dieses Thema ja eine zentrale Rolle bei ihm einnimmt. Ausgehend von der Definition aus Wikipedia ergründeten wir die Begriffs- u. Bedeutungsgeschichte von PC. Im Gefolge der Bürgerrechtsbewegung in den USA, die gleiche Rechte für Schwarze u. andere Minderheiten einforderte, wurde eine Humanisierung, eine Sensibilisierung für die verwendete Sprache als Notwendig erachtet.

Wie bei sovielen Phänomenen war der Anfang u. ist der Kern von PC vernünftig, nachvollziehbar u. gesellschaftlich konstruktiv. Hier waren wir uns im Salon einig. Was nun die Entwicklungen der letzten Jahre betrifft, ausgehend von USA u. Kanada stimmte die meisten Salonteilnehmer bedenklich. Sprachcodes der Zeitungen, Anti-Diskriminierungstrainings für Rechtsanwälte, Verträge für Gendersprache für WissenschaftlerInnen 🙂 , sogar für die bedarfsgerechte Verwendung der 17 (?) verschiedenenen Genderpronomen in Kanada (Bill C-16) stellen schon längst eine Übertreibungsphase, die gesellschaftlich mehr schadet als nützt. Nicht zu vergessen werden darf dabei, dass die oft radikalen Befürworter inmitten einer mit Milliarden schweren Genderindustrie sitzen u. schon längst ihre Existenz mit radikalen Forderungen verknüpft haben.

Das Problem ist das zunehmende Mißtrauen u. Radiklisierung, die einen echten Diskurs zunehmend erschweren. Statt ein friedliches u. konstruktives Miteineinander findet eine Lagerbildung u. damit eine immer tiefergehende Spaltung der Gesellschaft ein. Die Sprache wird vergiftet u. damit die Kommunikation. Kein kleines Thema also. Und genau das Gegenteil der eigentlichen Intention u. somit ein klares Zeichen der Übertreibung. Wichtig ist zu schauen, dass es keinen Backlash gibt, der auch den Kern in Frage stellt, sondern zu betonen, dass dieser Kern bewahrt wird.

Konkret heißt dass, dass Selbstzensur (Moral Panic), diskursabrechende Haltungen (No-Plattforming), Diskussionsphobie (Safe-Spaces) oder die oben beschriebenen Sprachcodes, Vertragsvorgaben, Trainings zu weit gehen. Während früher der Sprecher die abwertende Botschaft bewusst einbaute, wird ihm heute von außen eine solche unterstellt. Die Denunziationsskandale an nordmerikanischen Universitäten (z.B. ´der Fall Lindsay Shephard) machen einen fassunglos. Lösungsansätze verfolgt z.B. Jonathan Haidt u. seine Heterodox Academy mit der Haltung den Diskurs zu fördern. Wichtig sei erstmal die Wahrnehmung, dass es verschiedene Moralhaltungen gibt, die für einen Diskurs u. eine gesellschaftliche Balance wichtig ist. Z.B. eine konservative Haltung zu diskreditieren ist genauso schädlich, wie die Förderung einer Meinungs-Monokultur wie sie an den linksliberalen Fakultäten zu beobachten sind.

so friedlich-korrekt, doch was schlummert da unter der Oberfläche ?
…..schau mal einer an 🙂

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